Ergebnis nicht wie erwartet – Experten ratlos
Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist nicht gut. An der Unsicherheit ist nicht nur die geopolitische Lage Schuld. Der Wirtschaft fehlen entscheidende Impulse aus der Politik.
Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist nicht gut. An der Unsicherheit ist nicht nur die geopolitische Lage Schuld. Der Wirtschaft fehlen entscheidende Impulse aus der Politik.
Das Wirtschaftsministerium hatte im letzten Jahr bei zwei führenden deutschen Instituten, dem „Kiel-Institut für Weltwirtschaft“ und dem „ifo Institut“ in München sowie zwei österreichischen Forschungszentren eine Studie in Auftrag gegeben und die Kosten übernommen. Im Juli wurden die Ergebnisse veröffentlicht.
Der Wohnungsbedarf habe sich im Zeitraum 2021 bis 2025 aufgrund einer neuen regionalen Bevölkerungsprognose auf jährlich 372.000 neu benötigte Wohnungen erhöht. Bislang war man von etwa 308.000 neuen Wohnungen pro Jahr ausgegangen. Das Ziel der Bundesregierung, jedes Jahr gut 400.000 Wohnungen neu errichten zu lassen, ist bislang verfehlt worden.
Der Präsident des Münchener ifo-Instituts, Clemens Fuest, fordert die Politik auf, das Umsatzsteuergesetz zu reformieren. „Ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 16% wäre die beste Lösung“, sagte Fuest.
Die deutsche Wirtschaft sieht sich mit einem wachsenden Problem konfrontiert: einem drastischen Mangel an Aufträgen. Dieser Umstand belastet verschiedene Branchen und hat weitreichende Auswirkungen auf die Konjunktur des Landes. Laut einer monatlichen Umfrage des IFO-Instituts berichten fast 37% der Industriefirmen von einem Rückgang der Aufträge. Dies markiert einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als der Anteil bei lediglich 20,9% lag.
Der „Handelsverband Deutschland“ rechnet mit einem beschleunigten Ladensterben. „Ein Drittel der Mittelständler will sein Geschäft lieber morgen als übermorgen aufgeben, weil die Rahmenendigungen zu schlecht sind und aus ihrer Sicht auch absehbar schlecht bleiben werden“, sagte HDE-Präsident Alexander von Preen.