19.10.2026 EU prüft neue Übergewinnsteuer für Öl- und Gaskonzerne – Energiekrise verschärft sich
Die EU-Kommission prüft eine neue Übergewinnsteuer für Öl- und Gaskonzerne. Sechs Mitgliedstaaten fordern die Sonderabgabe wegen der drastisch gestiegenen Energiepreise infolge des Irankriegs. Während Haushalte und Unternehmen immer höhere Energierechnungen bezahlen, sollen die Staaten zusätzliche Milliarden einnehmen. Allerdings senkt eine solche Steuer weder den Ölpreis noch den Gaspreis. Die Einnahmen fließen zunächst an die öffentlichen Haushalte und nicht unmittelbar an die Verbraucher. Eine tatsächliche Entlastung hängt deshalb von zusätzlichen politischen Entscheidungen ab. Gleichzeitig könnten neue steuerliche Belastungen Investitionen in die europäische Energieversorgung weniger attraktiv machen.
Quelle: blackout-news.de/politik/eu-prueft-neue-uebergewinnsteuer-fuer-oel-und-gaskonzerne-energiekrise-verschaerft-sich
20.10.2026 Bund finanziert 9000 km Wasserstoff-Kernnetz – obwohl Produzenten und Abnehmer fehlen
Deutschland investiert Milliarden in den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes, obwohl vielerorts sowohl Produzenten als auch Abnehmer fehlen. Die Bundesnetzagentur hat 9040 Kilometer Leitungen mit ursprünglich veranschlagten Investitionen von 18,9 Mrd. €genehmigt. Ein erweiterter Ausbauentwurf sieht inzwischen 24,3 Mrd. €vor. Private Netzbetreiber errichten die Infrastruktur, während der Bund erhebliche Finanzierungsrisiken übernimmt. Doch weder ausreichende Produktionskapazitäten noch eine wirtschaftlich tragfähige Nachfrage sind bislang gesichert. Besonders widersprüchlich erscheint der Vergleich zum Stromnetz: Dort behindern fehlende Übertragungskapazitäten bereits konkrete Investitionen. Beim Wasserstoff entsteht dagegen eine milliardenschwere Infrastruktur, bevor sich ein funktionierender Markt entwickelt hat.
Quelle: blackout-news.de/energie/bund-finanziert-9000-km-wasserstoff-kernnetz-obwohl-produzenten-und-abnehmer-fehlen
21.10.2026 Regierung plant neue Gasreserve – Verbraucher sollen bis zu 3,08 Milliarden Euro bezahlen
Die Bundesregierung plant eine neue nationale Gasreserve und will die Kosten dafür auf die Gaskunden umlegen. Ein Gesetzentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums vom 12.10.2026 sieht dafür Ausgaben von bis zu 3,08 Mrd. € über 10 Jahre vor. Die zusätzliche Umlage soll ab Oktober 2027 greifen und Haushalte sowie Unternehmen belasten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will damit die Gasversorgung bei Sabotage, Importausfällen und anderen schweren Krisen absichern. Allerdings hatte die Regierungskoalition eine Finanzierung zulasten der Verbraucher im Sommer noch abgelehnt.
Quelle: blackout-news.de/energie/regierung-plant-neue-gasreserve-verbraucher-sollen-bis-zu-308-milliarden-euro-bezahlen
22.10.2026 Stromnetzausbau: Über 5.000 Kilometer fehlen – bis zu zehn Jahre Verzug gegenüber Plan
Deutschlands Stromnetzausbau entwickelt sich zu einem milliardenschweren Planungsdesaster. Von 7.970 Kilometern ursprünglich längst vorgesehenen Höchstspannungsleitungen waren Mitte Oktober erst 2.929 Kilometer fertiggestellt. Mehr als 5.000 Kilometer fehlen, obwohl die wichtigsten Verbindungen seit Jahren Strom transportieren sollten. Einzelne Großprojekte liegen neun Jahre, andere Netzausbauvorhaben sogar mehr als zehn Jahre hinter ihrem ursprünglichen Plan. Gleichzeitig hat Deutschland seine letzten Atomkraftwerke abgeschaltet und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. Nun müssen Netzbetreiber Wind- und Solaranlagen wegen fehlender Transportkapazitäten abregeln. Die Folgen sind Milliardenkosten, die Verbraucher und Wirtschaft mitfinanzieren.
Quelle: blackout-news.de/energie/stromnetzausbau-ueber-5-000-kilometer-fehlen-bis-zu-zehn-jahre-verzug-gegenueber-plan
24.10.2026 Gasmangel droht – ausgerechnet teures Erdgas muss das Stromnetz stabilisieren
Deutschland geht mit bedenklich niedrigen Gasreserven und erheblich gestiegenen Energiepreisen in den Winter. Mitte Oktober waren die Gasspeicher lediglich zu 60,1% gefüllt. Gleichzeitig verschärfen internationale Lieferprobleme und europäische Importbeschränkungen die Lage. Besonders widersprüchlich ist jedoch die deutsche Energiepolitik. Ausgerechnet das knappe und teure Erdgas wird in Gaskraftwerken benötigt, um bei fehlendem Wind- und Solarstrom die Versorgung zu sichern und das Stromnetz bei Engpässen zu stabilisieren. Damit konkurrieren Industrie, Wärmeversorgung und Stromerzeugung um denselben Energieträger. Ein möglicher Gasmangel könnte deshalb nicht nur die Heizkosten, sondern auch die Strompreise weiter erhöhen.
Quelle: blackout-news.de/meinung/gasmangel-droht-ausgerechnet-teures-erdgas-muss-das-stromnetz-stabilisieren
25.10.2026 Holzverbrennung in Chemnitz – 100.000 Tonnen Holz im Jahr für ein Holzheizkraftwerk
Chemnitz setzt bei seiner Fernwärmeversorgung künftig auf großtechnische Holzverbrennung und schafft damit einen enormen zusätzlichen Rohstoffbedarf. Am 19.10.2026 erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Holzheizkraftwerk. Ab Ende 2027 soll die Anlage rund 10% des städtischen Fernwärmebedarfs decken. Dafür werden jährlich 100.000 Tonnen Holz benötigt. Über die vereinbarte Vertragslaufzeit von 20 Jahren summiert sich der Bedarf auf 2 Millionen Tonnen. Das entspricht rechnerisch der Holzmasse von rund einer Million ausgewachsenen Bäumen, bei angenommenen zwei Tonnen Frischholz je Baum. Rund 90% des Brennstoffs sollen aus einem Umkreis von 250 Kilometern stammen. Doch dieser enorme Bedarf kommt zum bisherigen Holzverbrauch der Region hinzu. Ob sich diese Mengen dauerhaft bereitstellen lassen, ohne zusätzliche Bäume zu fällen oder die Wälder stärker zu belasten, ist bislang nicht ausreichend belegt.
Quelle: blackout-news.de/meinung/holzverbrennung-in-chemnitz-100-000-tonnen-holz-im-jahr-fuer-ein-holzheizkraftwerk