Es muss „der Russe“ gewesen sein, weil dieses Narrativ dringend benötigt wird

01.09.2026 Drohnenvorfall in Leipzig: Bundesregierung droht Russland – und verweigert jeden konkreten Beleg
 
Am Abend des 04.08.2026 war am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt und entschärft worden.
 
Ein gravierender Vorfall, keine Frage. Doch die zentrale Frage – wer steckt dahinter? – bleibt offiziell unbeantwortet. Innenminister Alexander Dobrindt hatte vergangene Woche die Lage mit wie folgt zusammengefasst:
 
Russland mache es einem „sehr, sehr leicht, aktuell einen Verdacht zu haben“, aber auch „sehr, sehr schwer, den Beweis zu führen“.
 
Auf der Bundespressekonferenz versuchte der Reuters-Korrespondent, dem Regierungssprecher zumindest eine Bestätigung zu entlocken, dass ein Bündel von Maßnahmen vorbereitet werde. Kornelius blockte mit der bekannten Formel:
 
„Wir kommentieren Presseberichte nicht.“ Auch auf die Nachfrage, ob er denn wenigstens bestätigen könne, dass Maßnahmen vorbereitet würden – unabhängig von deren Inhalt –, gab Kornelius keine Auskunft: „Ich gebe jetzt keine Details über eine Maßnahme oder viele Maßnahmen bekannt. Es ist zu viel Spekulation in diesem Thema.“
 
Gleichzeitig ließ Kornelius durchblicken, dass der Kanzler bereits mitgeteilt habe, die Maßnahmen seien innerhalb der Bundesregierung „weitgehend“ abgestimmt.
 
„Es wird nicht mehr lange dauern“, habe Merz wörtlich gesagt. Die Attribuierung – also die offizielle Zuschreibung des Angriffs an einen staatlichen Akteur – stehe unmittelbar bevor.
 
Was sich auf der Bundespressekonferenz zeigte, ist ein strukturelles Dilemma der Bundesregierung:
 
Sie will politisch Stärke demonstrieren und Maßnahmen gegen einen mutmaßlichen staatlichen Akteur ankündigen, kann aber die Beweislage offenbar noch nicht schlüssig darlegen.

 
Quelle: berliner-zeitung.de/article/drohnenvorfall-leipzig-merz-droht-russland-doch-die-beweise-fehlen-erneut-10347325 (Abo)
 

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