„Ein gewaltiger Schuss in den Ofen“

30.06.2026 Schein-Kapitaldeckung im „Gesamtkunstwerk“ zur Rente – diese Regierung hat jeden Maßstab verloren
 
Auf einer Pressekonferenz zum Thema „Rentenreform“ sagte Merz:
 
„Wir haben es auch in Zahlen ausgerechnet gesehen. Ich will diese Zahlen einmal nennen. Auf diese Weise kommen mindestens 30 Mrd. € pro Jahr zusätzlich in die Wirtschaft, weil dies der Teil der kapitalgedeckten Altersversorgung ist, der gleichzeitig unserer Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Das heißt, dies ist eine Situation, die wir schon viel früher hätten ermöglichen sollen.“
 
Mit den zwei Prozent Beitragssatz, die obligatorisch erhoben werden sollen, um eine kapitalgedeckte Säule zu finanzieren, kommen also nach Merz mindestens 30 Mrd. € „zusätzlich in die Wirtschaft“.
 
Man fragt sich, woher diese 30 Milliarden wohl kommen. Die Antwort ist einfach: Sie kommen aus der Wirtschaft! Merz liegt wieder einmal fundamental daneben.
 
Die Hälfte des Geldes kommt von den Arbeitnehmern, die andere direkt von den Arbeitgebern. Die 30 Milliarden stehen der Wirtschaft längst zur Verfügung, weil auch der Teil, der von den Arbeitnehmern kommt, den Unternehmen zufloss, nämlich in Form von Konsum der Arbeitnehmer. „Zusätzlich“ ist da gar nichts.
 
Es ist allerdings noch viel schlimmer: Mit der obligatorischen Umlenkung dieser Mittel über einen Fonds auf den Kapitalmarkt, werden diese Mittel jetzt für die Wirtschaft richtig teuer.
 
Während die Unternehmen vorher die 30 Mrd. € bekommen haben, ohne dafür zu zahlen, müssen sie jetzt zum Kapitalmarkt gehen – wenn sie das Geld tatsächlich noch haben wollen – und Kredite aufnehmen, für die Zinsen zu zahlen sind.
 
Ob sie die 30 Milliarden wirklich wollen, ist aber eine vollkommen offene Frage.
 
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