02.062026 „Flexibilität statt Gas“: Landeseigenes Klimainstitut will Industrie bei Dunkelflaute abregeln
Die Studie des „Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie“, einer landeseigenen Forschungseinrichtung im Verantwortungsbereich des NRW-Wirtschaftsministeriums, mit dem Titel „Flexibilität statt fossiles Gas“, bezeichnenderweise von Greenpeace in Auftrag gegeben, arbeitet mit der Vorstellung, dass Deutschland im Regelbetrieb keine zusätzlichen fossilen Gaskraftwerke brauche.
Stattdessen soll mit dem Zauberwort „Flexibilität“ die Lücke geschlossen werden. Gemeint ist damit vor allem: Nicht mehr die Stromerzeugung folgt dem Bedarf, sondern die Verbraucher richten sich nach dem Angebot.
Für die Industrie heißt das: Energieintensive Betriebe sollen auf freiwilliger Basis und gegen eine Vergütung Produktionsprozesse verschieben oder zeitweise abschalten, wenn aufgrund einer sogenannten Dunkelflaute nicht ausreichend Strom zur Verfügung steht.
Zudem soll die Bandlast abgeschafft werden. Die Bandlast belohnt Unternehmen, die möglichst gleichmäßig große Strommengen abnehmen.
Bevor Gaskraftwerke die Stromversorgung absichern, sollen Unternehmen ihre Produktion drosseln oder verschieben – und dafür mit Subventionen entschädigt werden.
Da es um industrielle Lasten im großen Maßstab geht, dürften solche Zahlungen schnell in die Milliarden gehen und volkswirtschaftlich kaum zu finanzieren sein.
Neben der Industrieabregelung stellt die Studie eine zweite Zumutung in den Raum: die technische Steuerbarkeit des Verbrauchs. Dafür fordert sie einen beschleunigten Smart-Meter-Rollout. Sie sollen die Grundlage steuerbarer Lasten werden.
Zwar fordert die Studie an dieser Stelle keine unmittelbare Fernsteuerung privater Geräte. Mit dem Ausbau der Smart-Meter-Technologie verlangt sie aber genau jene Infrastruktur, die solche Eingriffe technisch vorbereitet:
Was heute als Messsystem eingeführt wird, kann morgen zur Steuerungsarchitektur werden.
Quelle: apollo-news.net/flexibilitt-statt-gas-landeseigenes-klimainstitut-will-industrie-bei-dunkelflaute-abregeln