30.08.2026 Netzanschlüsse am Limit: Stromnetz kann Großverbraucher nicht mehr versorgen
Eine „NDR“-Abfrage unter 852 Verteilnetzbetreibern zeigt die Größenordnung. 78 Unternehmen lieferten konkrete Leistungsdaten. Bei ihnen erreichten die beantragten Anschlüsse im Mittel 324%der jeweiligen Netzleistung.
In Hamburg stehen 2.750 Megawatt Anfragen einer Jahreshöchstlast von 1.800 Megawatt gegenüber.
Im Raum Hannover treffen mehr als 1.000 Megawatt auf lediglich 500 Megawatt Jahreshöchstlast.
Besonders extrem fällt das Verhältnis bei „WEMAG Netz“ aus. Dort liegen Anfragen über 32.000 Megawatt vor, während die Jahreshöchstlast 417 Megawatt beträgt.
Große Batteriespeicher verursachen derzeit einen erheblichen Teil der Anfragen. Sie benötigen Netzanschlüsse sowohl zum Laden als auch zum Einspeisen. Dadurch beanspruchen sie Kapazität auf beiden Seiten des Netzes.
Ende 2025 erfasste der „BDEW“ bei den Übertragungsnetzbetreibern und 17 Verteilnetzbetreibern Speicheranfragen über insgesamt 729 Gigawatt. Zusagen lagen dagegen nur über 78 Gigawatt vor.
Allerdings dürfte mindestens die Hälfte der Projekte wegen Mehrfachanträgen oder Spekulation niemals entstehen.
Die enorme Zahl der Anträge bedeutet deshalb nicht, dass Deutschland plötzlich Hunderte Gigawatt zusätzliche Kraftwerksleistung bereitstellen müsste. Vielmehr reservieren Projektentwickler teilweise Kapazitäten an mehreren Standorten gleichzeitig.
Das blockiert Bearbeitungsressourcen und erschwert den Netzbetreibern die Planung.
Gleichzeitig steigt der reale Bedarf durch Rechenzentren, industrielle Elektrifizierung, Elektrolyseure und Batteriespeicher.
Der Ausbau von Leitungen und Umspannwerken kann mit diesem Tempo jedoch vielerorts nicht Schritt halten.
Quelle: blackout-news.de/energie/netzanschluesse-am-limit-stromnetz-kann-grossverbraucher-nicht-mehr-versorgen