30.08.2026 Von der Leyen: Europas Sparer sollen Investoren werden
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in Paris ambitionierte Pläne vorgestellt. Sie sagte vor dem französischen Unternehmerverband „MEDEF“, der nächste EU-Haushalt werde „der finanzielle Arm unserer Unabhängigkeit sein“.
„Unsere Unabhängigkeit“ in „UnsererDemokratie™“
Mit mehr als 450 Mrd. € aus dem Europäischen Wettbewerbsfähigkeitsfonds und dem Programm „Horizont Europa“ will die EU-Kommission „die gesamte Kette unterstützen: von der Forschung zur Innovation, vom Labor zum Unternehmen und vom ersten Prototyp bis zur industriellen Produktion“.
Europa könne sich jedoch „keine neuen Ziele setzen, wenn es nicht über die Mittel verfügt, sie zu finanzieren“.
Die EU-Kommission hat daher einen Haushaltsentwurf von fast zwei Billionen Euro vorgelegt.
2.000.000.000.000,00 Euro
als 100er gestapelt ergäbe das eine Höhe von 2.400 km
= die Entfernung zwischen Berlin und Palermo
(wenn ich mich nicht verrechnet habe*)
Von der Leyen präsentierte in ihrer Pariser Rede einen weiteren Ansatz, um an Geld zu kommen. In Europa mangele es weder an Technologie noch an Ersparnissen.
Was nach wie vor fehle, sei „die Fähigkeit, europäische Unternehmen in die Größenordnung zu bringen, die sie benötigen“.
Zu viele Projekte kämen nicht voran, „weil die Anfangsinvestition zu riskant ist, weil die Nachfrage zu unsicher oder das Kapital zu teuer ist“. Oft suchten sie die benötigte Finanzierung anderswo, verlagerten ihren Schwerpunkt oder würden aufgekauft.
Von der Leyen hat daher ein Auge auf die privaten Vermögen geworfen.
Die EU könne die großen Investitionen „nicht ausschließlich aus öffentlichen Mitteln finanzieren. Aber Europa verfügt über Ersparnisse.
Und da ist sie wieder: die unvergleichliche Ignoranz und widerliche Arroganz von Machtmenschen.
Es ist nicht „Europa“, das über diese Ersparnisse verfügt. Es ist auch nicht die EU, die über diese Ersparnisse verfügt. Über diese Ersparnisse verfügen die Bürger.
Aber Sozialisten konnten ja noch nie zwischen „meins“ und „deins“ unterscheiden.
Außerdem: Es passt zu Madames Kaltschnäuzigkeit, „riskante Anfangsinvestitionen“ oder „unsichere Nachfragen“ auf die Bürger abwälzen zu wollen. Wenn der Einzelnen einen Verlust erleidet: Pech! Er hätte ja nicht investieren müssen.
Und leider liegen diese Ersparnisse brach. Heute befinden sich zehn Billionen Euro an Ersparnissen privater Haushalte auf Bankkonten. Gleichzeitig wird ein großer Teil der europäischen Ersparnisse außerhalb unseres Kontinents investiert.“
Europa müsse diese Ersparnisse jetzt als „Spar- und Investitionsunion für seine Unternehmen nutzbar machen“.
Von der Leyen drängt auf eine Einigung über die zentralen Vorhaben der „Spar- und Investitionsunion (SIU) bis Ende 2026 – idealerweise unter allen 27 Mitgliedstaaten.
24.03.2026 Spar- und Investitionsunion
Die „Spar- und Investitionsunion“ wird Ersparnisse besser mit Investitionen verknüpfen und somit die Wirtschaft der EU stärken. Vor dem Hintergrund der derzeitigen geopolitischen Umwälzungen, der dringenden Notwendigkeit des Klimaschutzes und technologischer Entwicklungen ist dies von zentraler Bedeutung.
Es wird geschätzt, dass in der EU derzeit 10 Billionen € an Ersparnissen privater Haushalte als Bankeinlagen mit niedrigen Erträgen gehalten und nicht auf den Kapitalmärkten investiert werden, wo die potenziellen Renditen höher sein könnten.
Diese Diskrepanz verhindert, dass die Ersparnisse für die effektive Unterstützung von Unternehmensinvestitionen und der allgemeinen Realwirtschaft verwendet werden.
Zugleich stellt sie jedoch erstmals explizit eine Integration in kleinerer Runde in Aussicht: „Sollte das nicht funktionieren, werden wir es, wenn nötig, mit denjenigen tun, die dazu bereit sind.“
Von der Leyen will dann auf die im EU-Vertrag vorgesehene verstärkte Zusammenarbeit zurückgreifen: Eine Gruppe integrationswilliger Mitgliedstaaten soll vorangehen.
Der staatliche Versuch, private Ersparnisse für politische Ziele zu aktivieren, ist nicht neu. Im Ersten Weltkrieg warb das Deutsche Reich mit massiven patriotischen Kampagnen für Kriegsanleihen, die von den Bürgern allerdings freiwillig gezeichnet wurden.
Einen echten gesetzlichen Anlagezwang gab es 1922. Vermögendere Deutsche mussten eine sogenannte Zwangsanleihe zeichnen.
Von einem gesetzlichen Zwang für Kleinsparer, ihr Geld in Aktien oder Fonds umzuschichten, ist in den bisherigen Plänen zur „Spar- und Investitionsunion“ nicht die Rede.
Quelle: consilium.europa.eu/de/policies/savings-and-investments-union-siu
Die Betonung liegt auf „bisherig“.
Zählen wir mal die Punkte zusammen, wieso sich das künftig ändern könnte:
❖ Immer mehr Politiker erkennen, dass viel Geld „nutzlos“ auf Konten „herumliegt“.
❖ Das Arbeitsministerium unter Bärbel Bas (SPD) bestätigte, dass im kommenden Jahr eine stichprobenartige Befragung der Bürger nach ihren Vermögensbeständen und ihrer persönlichen Meinung zur Verteilungsgerechtigkeit im Lande geplant ist.
❖ Das Bargeld wird auf gar keinen Fall abgeschafft (*schwör*), aber in zukünftigen Banknoten wird ein hochsicherer und extrem dünner Chip eingearbeitet.
❖ Der geplante digitale Euro ist auf gar keinen Fall programmierbar (*schwör*), allerdings kann „eine Unterstützung für die automatische Auslösung von Zahlungen ausgelöst werden, wenn vordefinierte Bedingungen erfüllt sind (oft als Programmierbarkeit bezeichnet), oder Zahlungen verbieten, wenn eine Brieftasche, die nur für bestimmte Zwecke ausgegeben wurde, außerhalb ihres zulässigen Bereichs verwendet wird“ (*huch*).
Quelle: tkp.at/2024/02/12/deutsches-papier-digitaler-euro-zweckgebunden
Die Bundesregierung sieht die „SIU“ positiv und unterstützt von der Leyen.
Natürlich tut sie das. Merz sprach schon Ende 2024 von „Anreizen für private Investitionen“. Mich würde es nicht wundern, wenn er es war, der den Gedanken nach Brüssel getragen hat.
Und wenn Freiwilligkeit nicht zum gewünschten Ergebnis führt …
04.07.2025 EU-Vermögensregister: Transparenz vs. Datenschutz
Die EU-Kommission prüfte die Machbarkeit eines EU-weiten zentralen Vermögensregisters, das Vermögenswerte innerhalb der Europäischen Union erfassen soll (z.B. Bankkonten, Immobilien, Beteiligungen, Kryptowährungen und bewegliches Vermögen von natürlichen und juristischen Personen).
Quelle: boersianer.at/artikel/eu-vermoegensregister-transparenz-vs-datenschutz
Bevor diese Bagage untergeht, wird sie uns noch das letzte Hemd abpressen.
#JustMy2Cent
Quelle: berliner-zeitung.de/article/von-der-leyen-europas-sparer-sollen-investoren-werden-10337580
* Ein 50-Euro-Schein ist gerade einmal 0,12 mm dick. Ein Bündel mit 100 Scheinen (also 5.000 €) ist also nur 1,2 cm hoch. Um auf eine Million Euro zu kommen, brauchen wir 200 dieser Bündel, also 20.000 Scheine, was einen Stapel von 2,4 Metern ergibt – höher als viele Menschen.
Quelle: sparkasse.de/aktuelles/1-million-euro.html