19.03.2026 Neues hausärztliches Vergütungssystem: Kritiker sehen ärztliche Autonomie in Gefahr
Mit dem seit Januar geltenden System erhalten Hausärzte im Rahmen der „Vorhaltepauschale“ grundsätzlich weniger Geld als zuvor.
Das bisherige Vergütungsniveau erreichen sie nur dann, wenn sie mindestens zwei von zehn Zusatzkriterien im Rahmen neu definierter Zuschläge erfüllen. Das können zum Beispiel Haus- und Pflegeheimbesuche, Ultraschalldiagnostik von Bauch oder Schilddrüse, Videosprechstunden oder Impfungen sein.
Ein Hausarzt, der den Bonus über Impfungen erhalten möchte, muss in den ersten drei Quartalen eines Jahres bei tausend „Behandlungsfällen“ mindestens 70 Mal impfen. Im letzten Quartal, wenn die Grippeschutzimpfung ansteht, müssen es 250 Impfungen sein.
Gezählt werden laut „Kassenärztlicher Bundesvereinigung“ die „durchgeführten und abgerechneten Impfungen“ und „nicht die Anzahl der geimpften Patienten“.
Hinzu kommt: Wenn ein Hausarzt weniger als zehn Impfungen im Quartal verabreicht, wird seine Vorhaltepauschale um 40% gekürzt.
Der „Interdisziplinäre Verband für Gesundheitsberufe“ aus dem oberfränkischen Michelau rechnet vor: Für Hausarztpraxen mit 1000 Patienten kann die neue Regelung mit Verlusten von über 30.000 € einhergehen.
Quelle: multipolar-magazin.de/meldungen/0386
Das Ganze läuft unter dem Wieselwort „Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz“.
Was ist wahrscheinlicher? Dass es dabei tatsächlich um eine bessere Gesundheitsversorgung der Bürger geht? Oder dass Lobby-Huren wieder einmal die Gewinnmaximierung bei den Pharmakonzernen vorantreiben wollen?
#JustMy2Cent