Vom Boom der Flüchtlingsindustrie profitiert nur die Flüchtlingsindustrie

14.09.2026 „Deshalb sieht es in diesem Land so aus“: Flüchtlingsbehörde treibt Wäscherei in den Ruin
 
Bilal Ersoy hat viel investiert. Er hat sich verschuldet und Nerven gelassen. Seit sieben Jahren läuft sein Betrieb aber.
 
An der Invalidenstraße 35 in Mitte betreibt er die „Bügelperle Textilpflege GmbH“ – eigentlich ein florierendes Unternehmen. Dennoch steht der Geschäftsführer nach eigenen Angaben kurz vor der Insolvenz.
 
Schuld sei das „Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten“, eine Behörde, die der Senatsverwaltung von Cansel Kiziltepe untersteht. Der SPD-Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.
 
Wegen seiner Zahlungsmoral steht das Land Berlin bei Handwerkern und Mittelständlern ohnehin nicht hoch im Kurs. Dem 44-jährigen Bilal Ersoy aber scheint Kiziltepes Senatsverwaltung besonders übel mitzuspielen: Sie will einen Großauftrag nicht bezahlen.
 
Wie andere Gewerbetreibende hatte Ersoy gehofft, vom Boom der Flüchtlingsindustrie zu profitieren, der seit der Grenzöffnung 2015 herrscht. Immerhin gab Berlin nach Angaben des Senats im vergangenen Jahr 2,2 Mrd. € für Unterkunft und Verköstigung frisch eingereister Migranten aus.
 
Doch für Bilal Ersoy wurde das Vertrauen in den Staat zur Falle.
 
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Update 18.09.2026
 

17.09.2026 Wäschereibesitzer wartet auf sein Geld: Jetzt droht ihm Kiziltepes Verwaltung mit Klage
 
Am 15.09.2026 stand ein Postbote in seinem Laden an der Invalidenstraße und stellte ihm einen Brief in einem gelben Umschlag zu: Er enthielt eine Abmahnung wegen angeblicher Verletzung des Persönlichkeitsrechts der Senatorin und die Aufforderung, eine Unterlassungserklärung abzugeben.
 
Bilal Ersoy soll bis zum Nachmittag des 18.09.2026 den Instagram-Beitrag der „Bügelperle GmbH“ löschen. Sonst drohen gerichtliche Schritte: einstweilige Verfügung, Klage auf Schadenersatz, Strafanzeige wegen übler Nachrede.
 
Dadurch würden zusätzliche Kosten entstehen, „die Sie durch Abgabe der Erklärung vermeiden können“, schreibt das Justiziariat der Sozialverwaltung.
 
Auf eine Anfrage der „Berliner Zeitun“g in der vergangenen Woche hatten weder Kiziltepes Verwaltung noch das LFU reagiert.
 
Erst nachdem diese Zeitung über den Zahlungsstreit berichtet hatte, teilte ein LFU-Sprecher mit, in den Rechnungen seien Mengen angegeben, „die sich schlecht prüfen lassen konnten, da sie den Bewohnenden nicht zugeordnet werden konnten“.
 
Und weiter: „Trotz intensiven Austauschs wurde eine solche Dokumentation bis heute nicht nachgereicht.“
 
Die zahlreichen Rechnungen, die er nach eigenen Angaben bei dem Amt einreichte, hat Ersoy in einem Ordner abgeheftet.
 
Sein Rechtsanwalt Karl-Heinz Bellmann sagt: „Wenn man prüfen will, dann kann man prüfen.“ Die Abmahnung, die die Senatsverwaltung jetzt dem Geschäftsführer schickte, hält Bellmann für „Pillepalle“ und übertrieben.
 
„Der Instagram-Beitrag enthält keine Beleidigung und keine Drohung“, sagt er. Gelöscht werde er selbstverständlich nicht.
Quelle: berliner-zeitung.de/article/waeschereibesitzer-wartet-auf-sein-geld-jetzt-droht-ihm-kiziltepes-verwaltung-mit-klage-10402980 (Abo)

 

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