„Medienberichte als Grundlage für Sanktionen“

18.05.2026 Sanktionsregime: Der Fall Hüseyin Doğru – Wie die EU Demokratie und Pressefreiheit aushebelt
 
Die „Berliner Zeitung“ konnte Akten des EU-Rates einsehen, die ein erschreckendes Licht auf den Fall Doğru werfen. Ohne Beweise oder Urteil wird die Existenz eines Journalisten vernichtet.
 
Seit einem Jahr steht der Berliner Journalist Hüseyin Doğru auf der Russland-Sanktionsliste der EU.
 
Die Maßnahmen sind weitreichend: Reisebeschränkungen, eingefrorene Vermögenswerte und gesperrte Konten. Ihm stehen derzeit lediglich 506  € im Monat zur Verfügung, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
 
Spenden – sowohl Geld- als auch Sachleistungen – sind untersagt. Sie werden als Sanktionsumgehung gewertet.
 
Die Folgen treffen nicht nur ihn selbst. Doğru lebt zusammen mit seiner Ehefrau und drei kleinen Kindern. Seine Familie ist unmittelbar betroffen und gerät durch die finanziellen Einschränkungen in eine existenzbedrohende Lage.
 
Zwischenzeitlich wurde sogar das Konto seiner Ehefrau gesperrt, da es laut der Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung, die zur Generalzolldirektion gehört, der Sanktionsumgehung diene. Der Familie fehlen die Mittel für Miete und den Alltag.
 
Die EU-Kommission begründet die harten Sanktionen damit, dass Doğru mit seiner propalästinensischen journalistischen Arbeit „ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ schüre und damit „destabilisierende Aktivitäten Russlands“ unterstütze.
 
Öffentliche Belege für eine konkrete Verbindung nach Moskau wurden bislang aber nicht vorgelegt.
 
Doğru weist die Vorwürfe der EU zurück. Er bestätigt, früher für das Format Redfish gearbeitet zu haben, das vom russischen Sender Ruptly finanziert wurde. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe er die Zusammenarbeit aber beendet.
 
Weiterlesen => berliner-zeitung.de/article/hueseyin-dogru-eu-sanktionen-pressefreiheit-ausgehebelt-10033662

 

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung