Madame nimmt es nun mal nicht so genau mit den Finanzen

20.12.2016 Lagarde-Urteil – die Großen lässt man laufen
 
Der Geschäftsmann Bernard Tapie ist damals seit kurzem Minister. Eine staatliche Bank verkauft in seinem Auftrag seinen Anteil am Adidas-Konzern, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
 
Tapie bekommt den mit der Bank vereinbarten Preis. Doch er findet heraus, dass die Bank durch eine Vertragsklausel zusätzliche 400VMio. € erhalten hat, und erhebt Klage.
 
Die Justizaffäre zieht sich hin bis 2008.
 
Dann bringt Christine Lagarde, damals Finanzministerin unter Nicolas Sarkozy, die Sache vor ein Schiedsgericht. Das spricht Tapie 400 Mio. € Schadensersatz zu. Lagarde erhebt keinen Einspruch gegen das Urteil.
 
Und genau da habe sie fahrlässig gehandelt, so die Richter. Sie hätte in Berufung gehen sollen – vor allem, da es sich um eine solch riesige Summe gehandelt habe.
 
Die Höchststrafe auf diese Fahrlässigkeit ist ein Jahr hinter Gittern und eine Strafzahlung von 15.000 €.
 
Doch nichts davon wollten die Richter des Gerichtshofs der Republik, der sich speziell mit Amtshandlungen ehemaliger Minister befasst, der Chefin des Internationalen Währungsfonds aufbürden.
 
Schließlich spreche für sie, dass sie eine „Persönlichkeit“ sei und einen „internationalen Ruf“ zu wahren habe, so das Gericht.
 
Außerdem sei sie damals damit beschäftigt gewesen, gegen die internationale Finanzkrise zu kämpfen.
 
Im Klartext: Wegen Lagardes Status lässt man Milde walten.
Quelle: dw.com/de/lagarde-urteil-die-gro%C3%9Fen-l%C3%A4sst-man-laufen/a-36841621

 

Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen.

 

23.02.2026 Obwohl es gegen Vorschriften verstößt: EZB-Chefin Lagarde bekommt zusätzliches Gehalt von einer anderen Bank
 
Die EZB-Chefin Christine Lagarde ist auch Mitglied im Vorstand der „Bank für Internationalen Zahlungsausgleich2 (BIZ) [seit 2019].
 
Obwohl sie als EZB-Chefin kein Geld von Dritten annehmen darf, bekam sie von der BIZ im vergangenen Jahr etwa 140.000 €, wie die „Financial Times“ am 23.02.2026 berichtet.
 
Das geht aus einer Anfrage der EU-Abgeordneten Fabio de Masi und Dick Erixon hervor.
 
Die Vorstandsmitglieder der „BIZ“ haben Anspruch auf ein festes Jahresgehalt und variable Sitzungsgelder, allerdings legt die Bank diese nicht offen.
 
Gegenüber den EU-Abgeordneten teilte Lagarde nun mit, dass sie 2025 insgesamt 130.457 Schweizer Franken bekommen habe, was rund 140.000 € entspricht.
 
Im Jahr zuvor erhielt sie sogar ein Gehalt von umgerechnet 466.000 € zusätzlich zu 135.000 € für weitere Leistungen.
 
2024 erhielt sie ein Gesamtgehalt von 741.000 € für ihre Arbeit bei der EZB und der BIZ und war damit die bestbezahlte EU-Beamtin.
Quelle: apollo-news.net/obwohl-es-gegen-vorschriften-verstt-ezb-chefin-lagarde-bekommt-zustzliches-gehalt-von-einer-anderen-bank

 

Und so was wurde zur obersten Hüterin der europäischen Währung bestimmt.

 

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung