18.09.2026 Krankenkassen haben 1,1 Milliarden Euro in unsichere Geldanlagen investiert
Die 1,1 Mrd. € bezeichnen das ursprüngliche Volumen der problematischen Geldanlagen. Davon haben die Krankenkassen bis Ende 2025 rund 400 Mio. € bilanziell abgeschrieben oder erheblich im Wert reduziert. Wirtschaftlich ist damit ein erheblicher Teil des eingesetzten Geldes bereits verloren.
Gut 700 Mio. € verbleiben noch als Restwert in den Bilanzen. Wie viel davon tatsächlich zurückkommt, hängt von Rückzahlungen, Immobilienverkäufen, Sanierungen und laufenden Verfahren ab.
Diese sind deshalb keineswegs vollständig gesichert. Einige Kassen haben bereits weitere Abschreibungen für 2026 angekündigt. Bei einzelnen Anlagen liegt der verbliebene Buchwert deutlich unter dem ursprünglich investierten Betrag. Weitere Verluste sind daher möglich.
Andererseits können Rückflüsse den Schaden noch begrenzen. Immobilien können verkauft und Forderungen gerichtlich durchgesetzt werden. Deshalb lässt sich der endgültige Verlust derzeit noch nicht beziffern.
Für Krankenkassen gelten bei Geldanlagen strenge gesetzliche Regeln. Sozialversicherungsträger sollen ihre Mittel sicher, liquide und mit angemessenem Ertrag anlegen.
Trotzdem konnten formal zulässige Investments Verluste in dreistelliger Millionenhöhe verursachen. Eine vorherige Einzelgenehmigung durch die Aufsicht war bei vielen Geschäften nicht vorgeschrieben.
Die Bundesregierung will eine der problematischen Anlageformen künftig ausschließen. Immobilienbesicherte Schuldscheindarlehen sollen ab Anfang 2027 nicht mehr zum zulässigen Anlagekatalog gehören.
Eine generelle vorherige Genehmigung komplexer Geldanlagen plant die Aufsicht jedoch bislang nicht.
Quelle: blackout-news.de/aktuelles/krankenkassen-haben-11-milliarden-euro-in-unsichere-geldanlagen-investiert