Garantien nur mit Überwachung

Bundesnetzagentur: Wall­box und Wär­me­pum­pe ga­ran­tiert
 
Stellen wir uns folgende Situation vor: Familie Schneider wohnt in einem Einfamilienhaus, kauft sich ein E-Auto und möchte das zu Hause laden. Also kauft sie sich die dafür notwendige Wallbox für ihre Garage und beantragt den Anschluss bei ihrem Netzbetreiber. Der lehnt den Antrag der Schneiders ab, weil er eine lokale Überlastung seines Stromnetzes befürchtet. Lokale Überlastung würde nichts anderes bedeuten, als ein Stromausfall in der betroffenen Gegend.
 
Der Netzbetreiber weiß nämlich, dass in der Gegend mittlerweile sehr viele neue Wallboxen und andere Stromanwendungen wie Wärmepumpen ans Netz gegangen sind. Und er befürchtet einen Zusammenbruch des örtlichen Netzes. Nämlich dann, wenn die Nachbarschaft gleichzeitig mit den Schneiders lädt und heizen würde. Realistisch betrachtet passiert das vorzugsweise abends nach der Arbeit. Familie Schneider müsste also sehr lange auf ihren Anschluss warten oder bekommt ihn vielleicht überhaupt nicht.
 
Dieses Szenario will niemand. Denkbar wäre es aber. Aktuell ist es gesetzlich möglich. Was die meisten Menschen in diesem Land wollen – und was auch politisch ein klares Ziel ist – ist die Energiewende.

 

27.08.2023 Drei Viertel der Deutschen sind unzufrieden mit der Ampel
Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-08/bundesregierung-ampel-zufriedenheit-umfrage

 

Bundesnetzagentur
 
Der Verkehrssektor spielt hier eine große Rolle. Familie Schneider treibt die so dringend benötigte Transformation voran, wenn sie ihren Verbrenner gegen ein E-Auto tauscht. Gleiches gilt für diejenigen, die ihre Gas- oder Ölheizung gegen eine Wärmepumpe eintauschen. Immer mehr Menschen entscheiden sich so. Und das ist gut. Wie kann es also gehen?
 
Der Vorschlag der Bundesnetzagentur:
Die Elektrifizierung des Verkehrs- und Wärmesektors reduziert CO2-Emissionen erheblich. Das Ziel ist, bis 2030 mindestens 15 Millionen Elektro-Pkw auf Deutschlands Straßen zu bringen. Ab 2024 sollen pro Jahr 500.000 neue Wärmepumpen installiert werden. Mit anderen Worten: Die Verkehrs- und Wärmewende ist schon in vollem Gange.

 

Die Anzahl an zugelassenen Elektroautos in Deutschland überstieg Ende des Jahres 2022 erstmals die Millionenmarke. Am 01.01.2023 waren rund 1,01 Millionen Fahrzeuge gemeldet. Zum Stichtag 01.07.2023 waren es rund 1,17 Millionen.
Quelle: de.statista.com/statistik/daten/studie/265995/umfrage/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland

 

Circa 14 Millionen weitere E-Autos in den nächsten 6 Jahren? Wohl kaum! Die Zahlen sind den „Sand in die Augen“-Streuern unter Garantie auch bekannt. Das ist also bestimmt nicht das Ziel.
 
Mehr als die Hälfte der E-Auto-Besitzer bereuen den Kauf inzwischen auch. Außerdem dürfte die Nachfrage ohne Förderung sinken.

 

01.09.2023 Wie die E-Auto-Förderung 2024 sinkt
 
Ab dem 01.01.2024 dürfen förderfähige Elektroautos maximal 45.000 Euro netto kosten. Der Bundesanteil beträgt dann 3000 Euro, der Herstellerzuschuss entsprechend 1500 Euro. Der Kreis der Antragsberechtigten bleibt auf Privatpersonen beschränkt.
Quelle: autobild.de/artikel/e-auto-foerderung-kaufpraemie-umweltbonus-plug-in-hybride-8535657.html

 

Bundesnetzagentur
 
Das Problem: Die Verteilnetze halten mit dem Tempo nicht mit. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sie ausreichend ausgebaut sind. Verteilnetze sind die regionalen Netze, die den Strom in die Haushalte bringen. Was es dafür braucht, ist ein Instrument, ein Regelwerk, das jetzt funktioniert und nicht erst, wenn die Netze ausreichend ausgebaut sind. Deshalb hat die Bundesnetzagentur einen Vorschlag gemacht.
 
Zunächst gilt: Die Netzbetreiber müssen die Verteilnetze in einem hohen Tempo leistungsfähiger machen. Sie müssen sie ausbauen, damit die Mobilitäts- und Wärmewende gelingen kann. Dazu sind sie gesetzlich verpflichtet und Geld ist dafür auch da. Denn die Netzbetreiber können die Kosten in die Netzentgelte sicher umlegen

.

 

Und auf wen können die Netzbetreiber die Kosten „sicher“ umlegen? Selbstverständlich auf die Verbraucher – also uns. Auf wen sonst?
 
Richtig abgezockt zur Kasse gebeten werden dabei Verbraucher in ländliche Regionen mit einer geringeren Einwohnerzahl, da die Netzkosten auf die jeweiligen Netznutzer verteilt werden.

 

Bundesnetzagentur
 
Bis es so weit ist, muss das Niederspannungsnetz digitalisiert werden. Nur so kann der Netzbetreiber drohende Überlastungen rechtzeitig erkennen. Dazu braucht es jetzt digitale Zähler in den Haushalten, die ihre Daten an den Netzbetreiber senden.

 

„Smart Meter: Ein intelligenter Energiezähler, der zur Überwachung des Gas- und Stromverbrauchs verwendet wird.“
 
Zitat ZDFHeute am 11.01.2023

 

Bundesnetzagentur
 
Darüber hinaus muss der Netzbetreiber die Möglichkeit erhalten, solchen konkreten Überlastungen im Einzelfall entgegenzuwirken. Das kann er tun, indem er genau dann den Stromverbrauch der Wärmepumpen und Wallboxen für einen kurzen Zeitraum vermindert. Die Menschen merken das normalerweise(!) überhaupt nicht. Vor allem aber ist die Versorgungssicherheit gewährleistet.

 

Na, da hat aber einer seine Glaskugel auf Hochglanz poliert.

 

Bundesnetzagentur
 
Es gilt also, die Verkehrs- und Wärmewende im lokalen Stromnetz zu ermöglichen. Entgegen der Wahrnehmung, die manche Skeptiker verbreiten, geht es nicht darum, ob in Deutschland insgesamt genug Strom zur Verfügung steht. Zusätzliche Stromerzeugung würde diese Probleme vor Ort nicht lösen. Ganz im Gegenteil: Wir sprechen hier von Situationen, in denen in einer bestimmten Straße die Leitungen durch zu viel Strom überlastet sind. Das soll nicht passieren.

 

Die wissen bereits heute, dass der Schuss ganz schnell nach hinten losgehen kann. Aber statt mal etwas auf die Bremse zu treten, wird Vollgas gegeben. Und damit der Einsatz dieser Überwachungswanzen gerechtfertigt.
 
Davon abgesehen: Es ist weder eine „zusätzliche Stromerzeugung“ möglich, noch können „in einer Straße Leitungen durch zu viel Strom überlastet“ werden. Es gibt da etwas, das heißt „Netzfrequenz“. Die muss bei 50 Hz mit einer Toleranz von ±0,2 Hz gehalten werden. Sonst => Blackout.
 
Heißt: Bei zu viel Stromerzeugung wird Strom (meist für wenig Geld) exportiert, bei zu wenig muss Strom (meist für viel Geld) importiert werden. Seit Abschaltung der AKW ist der Export-Saldo allerdings nur noch im Minus. Jetzt dürfen alle mal raten, wer diese Kosten übernimmt. Kleiner Hinweis: Die Bundesnetzagentur ist es auch in diesem Fall nicht.
 
Damit aber nicht genug: Eine Stabilisierung des Stromnetzes erfordert sogenannte „Redispatch-Maßnahmen“, welche durch die „professionell gestaltete und wohl durchdachte“ Energiewende ebenfalls von Jahr zu Jahr ansteigen.

 

Lag die Jahresmenge der monatlich kumulierten Redispatch-Mmaßnahmen in Deutschland 2010 noch bei ca. 10, stieg sie in 2016 bereits auf 3.957 und erreichte 2021 den Spitzenwert von 8.634. Dieses Jahr wird wohl die Zahl von 13.000 übertroffen werden.
 
Die Kosten für dieses Maßnahmen tragen natürlich(!) die Stromverbraucher. Sie werden über die Netzgebühren auf diese umgelegt. Lagen Sie noch bis 2010 fast unterhalb der Wahrnehmbarkeitsgrenze, so lagen diese schon 2017 bei 1,26 Mrd € , stiegen bis 2021 auf 2,048 Mrd €, und werden dieses Jahr die 4 Mrd. € Grenze deutlich übersteigen.
Quelle:eike-klima-energie.eu/2022/12/02/energiewende-real-auch-die-kosten-fuer-das-engpassmanagement-werden-erdrueckend/

 

Mit jedem Zappelstrom-Windrad und jeder Photovoltaik-Anlage wird es nicht nur schlimmer, sondern auch teurer werden.

 
Quelle: bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines/DieBundesnetzagentur/Insight/Texte/Energiewende/14aEnWG.html
– gehört bei Nacktes Niveau am 16.09.2023
 

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