18.07.2026 Brüssel schlägt eine Senkung der EU-Eigenkapitalanforderungen für Banken vor
In einer am 17.07.2026 veröffentlichten Mitteilung forderte die EU-Exekutive die Abschaffung der sogenannten „Säule-2-Eigenkapitalanforderungen“ im Zusammenhang mit der Verschuldungsquote.
Dabei handelt es sich um bankspezifische Puffer, die die Aufsichtsbehörden zusätzlich zu den branchenweiten Mindeststandards der Säule 1 verlangen können.
Sie werden in der Regel auferlegt, um das als erhöht eingeschätzte Risiko eines bestimmten Kreditgebers abzufedern.
Die Säule-2-Anforderung (Pillar 2 Requirement – P2R) ist eine zusätzliche Kapitalanforderung, die im aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process – SREP) festgelegt wird.
Sie wird für jede Bank individuell festgelegt und gilt zusätzlich zur Mindestkapitalanforderung nach Säule 1, wenn diese bestimmte Risiken nicht oder nicht ausreichend abdeckt.
Das Aufsichtsgremium der EZB-Bankenaufsicht hat beschlossen, die Methodik für die Berechnung der Säule-2-Anforderungen zu überarbeiten.
Ziel war es, die Methodik unter Berücksichtigung der Empfehlungen einer unabhängigen Expertengruppe aus dem Jahr 2023 zu vereinfachen und robuster zu gestalten.
Wie bei der bisherigen Methodik führen schlechtere SREP-Scorewerte grundsätzlich zu höheren Säule-2-Anforderungen.
Die starke Verankerung im SREP stellt sicher, dass die Säule-2-Anforderungen weiterhin das individuelle Risikoprofil einer Bank abbilden.
So wird Kontinuität gewährleistet, und Änderungen der Kapitalanforderungen auf Systemebene werden vermieden.
Quelle: bankingsupervision.europa.eu/activities/srep/pillar-2-methodology/html/index.de.html
Die Säule-2-Anforderungen und -Leitlinien beinhalten „mögliche Überschneidungen mit anderen Anforderungen, was zu Doppelzählungen führen kann“, so die Kommission. Sie fügte hinzu, dass auch „Bedenken“ hinsichtlich der „begrenzten Transparenz bei den Methoden zur Festlegung der Säule-2-Anforderungen“ geäußert worden seien.
„Mögliche Überschneidungen“ und „begrenzten Transparenz“. Solche Hohlphrasen sind angesichts des politischen Filz‘ und der Intransparenz dieses Molochs an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten.
Der Vorschlag, der in dem mit Spannung erwarteten Bericht der Kommission zur Wettbewerbsfähigkeit des EU-Bankensektors detailliert dargelegt wird, ist Teil umfassenderer Bemühungen Brüssels, die Fragmentierung im Bankensektor der Union zu verringern und die Fähigkeit der Kreditinstitute zu stärken, mit den weitaus größeren US-Unternehmen zu konkurrieren.
Heißt: Weniger Überwachung, mehr Risiko und daher auch mehr „too big to fail“.
Die in Brüssel ansässige Nichtregierungsorganisation „Finance Watch“ kritisierte den Bericht jedoch scharf und warnte, er „richte sich gegen die nach 2008 hart erkämpften Schutzmaßnahmen, die die Banken widerstandsfähig halten, unsere Wirtschaft am Laufen halten und die Steuerzahler davor bewahren, insolvente Kreditinstitute zu retten“.
Quelle: euractiv.com/de/news/brussel-schlagt-eine-senkung-der-eu-eigenkapitalanforderungen-fur-banken-vor
Seit wann sind Lobbyisten am Wohl des Steuerzahlers interessiert?
#JustMy2Cent