04.06.2026 Was Pater Daniël Maes in Syrien erlebte, steht in krassem Widerspruch zur westlichen Darstellung
Der belgische Prämonstratenserpater Daniël Maes lebt seit mehr als 15 Jahren im syrischen Qara. Von dort berichtet er über eine Realität, die seiner Darstellung zufolge wenig mit jenem Bild gemein hat, das westliche Medien über Jahre vom Syrien-Krieg zeichneten.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem YouTube-Kanal „Compleetdenkers“ spricht er über die Anfänge des Krieges, die Interessen ausländischer Mächte, die Dämonisierung Baschar al-Assads und seine persönlichen Erfahrungen während der Kämpfe.
Maes stammt aus einer belgischen Arbeiterfamilie mit neun Kindern, wurde Prämonstratenserpriester und ging nach Syrien, um dort beim Aufbau einer Priesterausbildung mitzuwirken.
Das Syrien, das er damals kennenlernte, beschreibt er als vergleichsweise wohlhabendes und sicheres Land mit kostenloser Hochschulbildung und einem bemerkenswerten Maß an religiöser Toleranz zwischen Muslimen, Christen und Drusen. Nach seiner Darstellung verfügte das Land zudem über keine nennenswerte Staatsverschuldung.
Als 2011 die Gewalt eskalierte, widersprach Maes früh der im Westen dominierenden Interpretation eines weitgehend einheimischen Volksaufstands gegen Assad.
Dafür wurde er als „Putin-Anhänger“ und „Assad-Verteidiger“ kritisiert. An seiner Einschätzung änderte das nichts: Für ihn entwickelte sich der Konflikt wesentlich durch ausländische Interventionen und geopolitische sowie wirtschaftliche Interessen.
Besonders weit geht Maes bei seiner Interpretation der Ursachen des Krieges.
Er verweist auf Pläne, Gas beziehungsweise Energierohstoffe aus Katar und der Golfregion über Syrien Richtung Mittelmeer und Europa zu transportieren. Assad habe einem entsprechenden Projekt nicht zugestimmt und sich damit mächtige Gegner geschaffen.
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