22.07.2026 Proteste gegen Big-Tech-Rechenzentren
Aragon, eine Region im Nordosten Spaniens, wird zum europäischen Hotspot für KI-Infrastruktur. Aktuell investiert Big Tech – „Amazon“, „Microsoft“ und andere Riesen – Milliarden in neue Rechenzentren, eignen sich Land und Ressourcen dafür an.
Die geplante Leistungskapazität für zwei neue Rechenzentren liegt bei bis zu 4,5 Gigawatt. Aragon braucht dann plötzlich doppelt so viel Strom oder noch mehr.
Der aktuelle Stromverbrauch Aragons beträgt etwa 10 Terawattstunden pro Jahr. Allein die geplanten Datencenter könnten diesen Verbrauch auf über 20 bis 30 Terawattstunden verdoppeln oder verdreifachen.
Bisher ist die Region ein Stromexporteur, das wird sich aber durch die Zentren ändern. Aragon muss importieren, nur damit „Microsoft“ und Co. ihren Stromhunger stillen können.
Aber nicht nur der Stromverbrauch wird zum Problem. Pikanterweise belasten die Zentren die Umwelt so stark, dass sie durch die Abwärme die Umgebung massiv aufheizen.
Jüngste Studien zeigen, dass die Zentren in der Umgebung Temperaturanstiege von durchschnittlich rund 2°C verursachen können – in Extremfällen bis zu 9°C oder mehr innerhalb eines Radius von mehreren Kilometern. Die Studie vom April ist noch nicht begutachtet.
Die Kühlung erfolgt mit enormen Mengen an Wasser. Schätzungen für die geplanten Anlagen in Aragon liegen bei rund 10 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr – vergleichbar mit dem Bedarf von 250.000 Haushalten oder der Bewässerung großer landwirtschaftlicher Flächen.
Aragon ist eine trockene Region, hat im Schnitt nur etwa 320 Liter Niederschlag pro Quadratmeter im Jahr. Konflikte sind vorprogrammiert:
Wasser für KI-Kühlung oder für die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung?
In der Bevölkerung formiert sich aber Widerstand. Die Aktivisten kritisieren mangelnde Transparenz und fordern strengere Auflagen.
Quelle: tkp.at/2026/07/22/europaweite-proteste-gegen-big-tech-rechenzentren