29.08.2026 „Fehlerhafte Idee“: Norwegen räumt mit dem Märchen von Europas grüner Batterie auf
Jahrelang gehörte Norwegen fest zur europäischen Energiewende-Erzählung. Deutsche und andere europäische Wind- und Solaranlagen sollten immer mehr konventionelle Kraftwerke ersetzen, während die riesigen norwegischen Wasserspeicher bei Flaute und Dunkelheit einspringen.
Überschüssiger Strom sollte bei Bedarf umgekehrt über Seekabel nach Skandinavien fließen.
Die „grüne Batterie Europas“ wurde zum politischen Argument für den Ausbau grenzüberschreitender Stromleitungen.
Doch damit räumt Norwegens Energieminister Terje Aasland nun auf. „Es war eine fehlerhafte Idee“, erklärte er gegenüber Reuters. Norwegen könne den europäischen Strommarkt nicht allein ausbalancieren.
Noch interessanter ist seine Begründung: Aasland fordert die europäischen Staaten auf, ihre stabile Stromversorgung wieder zu stärken. Diese sei durch die Stilllegung von Kohle- und Kernkraftwerken sowie mangelnde Investitionen in neue Gaskraftwerke geschwächt worden.
Neue Stromverbindungen ins Ausland will Norwegen nicht mehr bauen.
Aasland trifft damit einen wunden Punkt der europäischen Energiewende. Immer mehr wetterabhängige Erzeugung wurde ins Netz gedrückt, während gleichzeitig regelbare Kraftwerksleistung verschwand.
Die dadurch fehlende gesicherte Leistung sollte zunehmend durch Stromhandel, Netzausbau und Speicher aufgefangen werden.
Doch auch Norwegens gewaltige Wasserkraftreserven sind endlich.
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