15.07.2026 „Herzerwärmend“: EU startet Wiederaufbauinitiative „Team Gaza“ mit 83,6 Millionen Euro
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen feiert eine fast 900 Mio. € schwere Hilfsinitiative für den Gazastreifen.
Unter dem politisch auffälligen Namen „Team Gaza“ sollen europäische Staaten, die EU-Kommission und internationale Organisationen den Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Palästinensergebiets finanzieren.
„Herzerwärmend, den Erfolg unseres zweiten Treffens der Palästina-Gebergruppe zu sehen“, schrieb von der Leyen am 13.08.2026 auf „X-Twitter“ und „Bluesky“. 65 Staaten und Institutionen hätten an dem Treffen teilgenommen.
„Wir haben fast 90065 Mio. € für den frühen Wiederaufbau in Gaza gesammelt“, erklärte die Kommissionspräsidentin.
Das Bundesentwicklungsministerium stellt nach eigenen Angaben 66,5 Mio. € an neuen Mitteln bereit. Zusätzlich rechnet die Bundesregierung knapp 57 Mio. € aus bereits laufenden Projekten in „Team Gaza“ ein.
Quelle: apollo-news.net/herzerwaermend-eu-startet-wiederaufbauinitiative-team-gaza-mit-8836-millionen-euro
Team Gaza! Yeah! *Konfetti schmeiß* und *Pompons schwenk*.
Grundgütiger! Wenn ich denke, das Niveau kann nicht weiter sinken, stellt sich ein Politiker an ein Mikro und belehrt mich eines Besseren.
Themenwechsel.
Wäre es möglich, dass diese europäische „Herzerwärmung“ Trumps Zukunftsvisionen von Gaza geschuldet ist?
18.02.2026 Ein europäischer Entwurf für die Erneuerung Gazas
Auf dem „Weltwirtschaftsforum“ in Davos stellte Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner einen “Trump-Wirtschaftsentwicklungsplan” für Gaza vor —komplett mit KI-generierten Darstellungen von Glastürmen und Yachthäfen, die die zerstörte Enklave als futuristisches Touristenziel neu interpretierten.
Trumps Plan würde die Geschichte und Gesellschaft Gazas auslöschen, indem er ein Top-Down-Wirtschafts- und Tourismusmodell durchsetzt
Nur wenige Palästinenser, wenn überhaupt, wurden bei seiner Entwicklung konsultiert: In Ermangelung einer palästinensischen Agentur wird Präsident Trump “alle Macht und Befugnisse ausüben” als Vorsitzender des „Board of Peace“.
Europäer und arabische Staaten werden aufgefordert, sich diesem Plan für Gaza anzuschließen, wenn sie sich am 19.02.2026 unter der Schirmherrschaft von Trumps „BoP“ in Washington treffen. Aber sie müssen eine alternative Vision für die Zukunft Gazas entwickeln.
Anstatt Trumps Immobilienprojekt im Vegas-Stil zu unterstützen, müssen die Europäer und ihre Verbündeten sicherstellen, dass palästinensisches Eigentum und politische Souveränität beim Wiederaufbau Gazas weiterhin im Vordergrund stehen.
Gaza war einst Palästinas Wirtschaftsmotor; Trumps Plan verwandelt es in eine freie Marktwirtschaft, in der die lokale (und traumatisierte) Bevölkerung zu billigen Arbeitskräften für ausländische Konzerne degradiert wird.
Nach US-Plänen würden die neuen Wohnviertel im Gazastreifen —sogenannte “alternative sichere Gemeinden”— auch streng überwacht und die Bewohner einer biometrischen Überwachung und Überprüfung durch Israel unterzogen werden.
Wenn der Wiederaufbau Gazas nicht von Geberregierungen mit einer positiven Vision für Gaza finanziert wird, wird Trump wahrscheinlich auf den privaten Sektor zurückgreifen —was eine katastrophale Zukunft für Gaza riskiert.
Um dies zu verhindern und Washington vielleicht dazu zu bewegen, seine beunruhigende Vision zu überdenken, müssen die Europäer —zusammen mit wichtigen Partnern wie Ägypten, Katar, Saudi-Arabien und der Türkei— ein politisches und finanzielles Gegenangebot unterbreiten, das die palästinensischen Bedürfnisse respektiert.
Dies sollte damit beginnen, dass sich die Europäer zu unmittelbaren humanitären Prioritäten verpflichten: Trümmer beseitigen, grundlegende Dienstleistungen wiederherstellen, Notunterkünfte bauen und —im Gegensatz zu Trumps Angebot— palästinensischen Grundstückseigentümern die Entscheidung überlassen, wie sie ihre Häuser wieder aufbauen.
Es wurden Abermillionen eingesammelt, für ein Projekt, dessen Zukunft ähnlich aussichtsreich sein dürfte wie das Überleben eines Schneeballs in der Hölle, um zu verhindern, dass ein US-amerikanischer Präsident, der sich wie ein Schulhofschläger benimmt, aus Gaza kein „Resort“ macht.
Dazu müsste sich Israel jedoch zu einem vollständigen Rückzug verpflichten, wonach es aktuell nicht aussieht.
Egal! Hauptsache, das Geld kommt irgendwie irgendwem irgendwann zugute – nur nicht den europäischen Bürgern.
Einen Abschnitt finde ich besonders „herzerwärmend“:
Was die Finanzierung betrifft, sind die Europäer zu Recht vorsichtig, ihre finanzielle Unterstützung über die „BoP“ zu leiten, und sollten stattdessen mit der Weltbank zusammenarbeiten, um Sanierungsprojekte direkt zu finanzieren.
Dies könnte durch die Schaffung eines Treuhandfonds erreicht werden, der von europäischen und arabischen Staaten, einschließlich des Staates Palästina oder der Palästinensischen Autonomiebehörde, verwaltet wird.
Ein solcher Mechanismus würde sicherstellen, dass jeder Dollar gegenüber den Menschen, denen er dienen soll, rechenschaftspflichtig ist und nicht gegenüber ausländischen politischen Interessen oder privaten Profiteuren.
Dieser Ansatz würde vor Korruption und der Instrumentalisierung der Hilfe schützen und sicherstellen, dass die Mittel je nach Bedarf und nicht nach politischem Einfluss oder finanziellen Interessen fließen.
Quelle: ecfr.eu/article/dispelling-trumps-dystopia-a-european-blueprint-for-gazas-renewal
Politiker kämen ja auch niemals auf die Idee, Gelder, die im Grunde zweckgebunden sind, anderweitig zu verpulvern.

#JustMy2Cent