Das wird noch richtig spannend

Gasspeicher-Füllstände 31.01.2026
 
Gasspeicher-Füllstände 10.02.2026
Quelle: energiedashboard.admin.ch

 

Die Regierung hätte gern, dass wir glauben, der Ukrainekrieg sei an allem schuld, aber die energiepolitischen Entscheidungen, die zur Energiekrise führten, wurden lange zuvor in Berlin und Brüssel getroffen.
 
In den 90er Jahren begann die Liberalisierung der Energiemärkte – damals noch gegen den Widerstand der Grünen. Das „Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts“ der CDU-FDP-Regierung trat 1998 in Kraft.
 
Damit setzte die BRD die von der EU vorgegebene Liberalisierung der Strommärkte um.
 
Ab 2007 wurde in Europa auch der Gasmarkt liberalisiert. Zuvor hatten halbstaatliche Gebiets-Monopolisten Strom und Gas geliefert und jeder Kunde bekam seinen Energielieferanten zugeteilt.
 
2021 gab es in der BRD laut „Statistischem Bundesamt“ rund 1000 Gaslieferanten, etwa 700 Gasnetzbetriebe und 31 Gasspeicherbetriebe.
 
Und beim Strom konnte ein privater Haushalt 2019 durchschnittlich zwischen 142 verschiedenen Lieferanten wählen.
 
Ziel der Liberalisierung war das Aufbrechen der Staatsbetriebe mit guten Löhnen und Arbeitsbedingungen; den Verbrauchern wurde „Kostensenkung“ versprochen.
 
In Wirklichkeit hat sich der Strompreis, den die Haushalte bezahlen, seit 1998 verdoppelt. Der Strompreis an den Börsen blieb zwar relativ gleich, aber die Abgaben stiegen (Ökostrom-Pauschale, EEG-Umlage).
 
Börsenmechanismen und staatliche Regulierungen haben die seit 2021 steigenden Gaspreise in eine Explosion der Strompreise übersetzt.
 
2021 verknappte sich das Angebot auf dem globalen Gasmarkt, weil viele Fracking-Firmen in den USA während der Pandemie ihre Produktion gedrosselt hatten und, als die Nachfrage wieder anzog, sie so schnell nicht wieder hochfahren konnten. Andere hatten komplett aufgegeben, weil die Bohrungen immer unergiebiger wurden.
 
Diese weltweite Energiekrise von 2021 wurde durch den Ukrainekrieg und seine Folgen 2022 verschärft.
 
Gas hat eine strategische Bedeutung, nicht nur weil sich der Ukrainekrieg energie- und geopolitisch vor allem um die Erdgaslieferungen Russlands nach Europa dreht.
 
Gaskraftwerke werden bei der Umstellung auf erneuerbare Stromquellen als Reservekapazität gebraucht, die bei Stromflaute sofort angeschaltet werden kann.
 
Diese „Brückentechnologie“ haben Vertreter der fossilen Konzerne immer stärker ausgeweitet und in die Zukunft verlängert.
 
Speziell für die BRD kam viertens hinzu, dass in den letzten Jahren weit über Bedarf aus Russland importiert und teurer weiterverkauft wurde.

 

So viel zu „Putin hat uns über den Tisch gezogen“.

 

Der Gaspreis an den Börsen hatte jahrelang unter 20 € pro Megawattstunde gelegen.
 
Von März auf April 2021 stieg er von 18/19 € auf 23/24 €, im August auf 30 €, im November auf 47 €.
 
Ende Dezember lag er dann bei 180 €.
 
Aufs ganze Jahr 2021 gerechnet war das eine Zunahme um 585% – der größte Energiepreisschock seit den 1980er Jahren.
 
Nach Ausbruch des Ukrainekriegs verdoppelte sich Ende August 2022 der Gaspreis auf 346 €.
 
Seither gingen die Preise bis auf 42,50 € zurück.
 
Es wird erwartet, dass sie sich auf diesem Niveau stabilisieren; etwas mehr als das Doppelte der zurückliegenden Jahrzehnte sei das „neue Normal“.
 
(Alle genannten Preise: Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat; was anderes ist der sehr viel stärker schwankende Spotpreis; hier kostete Gas im Oktober 2022 kurzzeitig sogar weniger als null Euro.)
 
Die meisten Preissprünge lassen sich im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg einordnen. Aber der entscheidende erste Preisanstieg im März/April 2021 erklärt sich wohl mit der gleichzeitigen Freigabe des Derivatehandels.
 
„Weil wir aber nicht wussten, das muss man ehrlicherweise sagen – und niemand wusste das –, wie dieser Gasmarkt verflochten ist…“
(Habeck im Sommer 2022; er ist Chef eines Ministeriums mit 2187 Beschäftigten)

 
Quelle: wildcat-www.de/wildcat/111/w111_Energiewende.html
 

20.08.2025 Ölflüsse nach Ungarn und in die Slowakei über Druschba-Pipeline wieder aufgenommen
 
Öl fließt wieder nach Ungarn und in die Slowakei über die Druschba-Pipeline, wie Offizielle beider Länder am 19.08.2026 mitteilten. Zuvor hatte ein ukrainischer Drohnenangriff auf eine Ölpumpstation in der russischen Region Tambow die Lieferungen unterbrochen.
 
Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Staaten halten die Slowakei und das benachbarte Ungarn weiterhin an ihrer Abhängigkeit von russischer Energie fest und beziehen den Großteil ihres Rohöls über die Druschba-Pipeline.Quelle: de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/oelfluesse-nach-ungarn-und-in-die-slowakei-ueber-druschba-pipeline-wieder-aufgenommen-ce7c51ddd088f527

 

06.11.2026 Katar-Drohung mit LNG-Lieferstopp schreckt Politik auf
 
Die Drohung des katarischen Energieministers Saad al-Kaabi, die Belieferung Europas mit Flüssigerdgas einzustellen, sorgt in Deutschland für Unruhe. Der katarische Minister hatte Agenturberichten zufolge am 03.11.2025 auf einer Branchenkonferenz in Abu Dhabi gesagt, sein Land werde Europa nicht mehr mit Energie beliefern, sollte die Europäische Union (EU) die geplante Lieferkettenregulierung nicht lockern oder aufheben.
Quelle: handelsblatt.com/politik/international/gasversorgung-katar-drohung-mit-lng-lieferstopp-schreckt-politik-auf-01/100171538.html

 

08.01.2026 EU importiert weiterhin große Mengen LNG aus Russland
 
Über 76% der russischen Flüssiggas-Exporte von der arktischen Halbinsel Jamal gingen im Jahr 2025 in die EU. Das ergab eine Analyse der Umweltorganisation „Urgewald“. Insgesamt gingen 15 Millionen der 19,7 Millionen Tonnen LNG aus Jamal in die EU, ungefähr ein halbes Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Quelle: surplusmagazin.de/eu-importiert-lng-russland-flussiggas-sanktionen

 

So viel zu „Putin hat uns den Gashahn zugedreht“.

 

04.02.2026 Gasexperte zu Merz’ LNG-Reise an den Golf: „Moralisch schwer erklärbar“
 
Bundeskanzler Friedrich Merz reist aktuell nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Offiziell geht es um Energie, Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit – vor allem um Flüssigerdgas.
 
Nach dem Ausstieg aus russischem Gas will die Bundesregierung nun auch die Abhängigkeit von amerikanischem LNG reduzieren – und sucht neue Bezugsquellen.
 
Thomas Geisel, früherer Erdgas-Manager und ehemaliger Oberbürgermeister von Düsseldorf, heute Politiker (BSW) erklärt, es sei problematisch, einen Lieferanten vollständig auszuschließen – und sich zugleich neue Abhängigkeiten zu schaffen.
 
„Wir haben beschlossen, dass der größte Gasproduzent der Welt dauerhaft nicht mehr liefern darf – unabhängig davon, wie sich die politische Lage entwickelt.“ Das führe zwangsläufig zu neuen Zielkonflikten, so Geisel
 
„Wenn man sagt, wir kaufen kein Gas aus Russland, weil uns dessen Politik nicht gefällt, dann muss man sich ehrlich fragen, welche Maßstäbe man bei Katar oder Saudi-Arabien anlegt.“
 
Hinzu kommt ein praktisches Problem: LNG aus Katar oder Saudi-Arabien wird in der Regel nur über sehr lange Laufzeiten angeboten. Deutschland hat sich verpflichtet, LNG-Importe spätestens ab 2043 zu beenden. Verträge über 20 Jahre und mehr passen dazu nur schwer.
Quelle: berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/gasexperte-zu-merz-lng-reise-in-die-golfregion-moralisch-schwer-erklaerbar-li.10017430

 

11.02.2026 LNG-Terminal Rügen lahmgelegt – Eisdecke sperrt die Zufahrt für LNG-Tanker
 
Wegen einer zu dicken Eisdecke kann derzeit kein LNG-Tanker das Terminal vor Rügen anlaufen. Die Prorer Wiek und der Hafen Mukran sind komplett zugefroren. Damit ist die Fahrrinne nicht gefahrlos passierbar. Ohne sichere Passage gibt es keinen Anlauf und keinen geregelten Schiffsbetrieb am Terminal.
Quelle: blackout-news.de/aktuelles/lng-terminal-ruegen-lahmgelegt-eisdecke-sperrt-die-zufahrt-fuer-lng-tanker

 

12.02.2026 Die Bundesregierung hat Füllstände der Gasspeicher heimlich als kritisch eingestuft
 
Wer auf die Seite der „Bundesnetzagentur“ geht, der findet zur aktuellen Lage der Gasversorgung in Deutschland immer noch diesen beruhigenden Hinweis:
 
„Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein.“
 
Wie passt das zu den Meldungen, die ich hier seit Wochen schreibe, dass die Gasmangellage in Deutschland in diesem Winter praktisch nicht mehr abwendbar ist?
 
Ganz einfach: Die „Bundesnetzagentur“ sagt nicht die Wahrheit. Oder besser gesagt, sie formuliert die Wahrheit so geschickt, dass man von bewusster Desinformation sprechen muss, da sie die Einschränkung macht, sie schätze die Gefahr „im Augenblick“ als gering ein.
 
Nun ja, „im Augenblick“, also genau jetzt, mag das noch (fast) stimmen. Aber was ist in zehn Tagen oder Anfang März?
 
Tatsächlich ist die Lage bereits kritisch. Und das sage nicht ich, das sagt das Bundeswirtschaftsministerium. Nur sagt es das nicht laut, sondern es handelt heimlich.
 
Laut dem Notfallplan Erdgas für die Bundesrepublik Deutschland des Wirtschaftsministeriums ist die Einschätzung der Versorgungslage mit Gas bei den aktuellen Füllständen bereits als kritisch eingestuft und das Ministerium hat die Ausschreibung von Gaskäufen gemäß Alarmstufe angeordnet.
 
Das klingt kompliziert, also will ich das erklären.
 
Weiterlesen => anti-spiegel.ru/2026/die-bundesregierung-hat-fuellstaende-der-gasspeicher-heimlich-als-kritisch-eingestuft

 

 

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