Seit einigen Tagen, nämlich seit dem 11 September, quellen die Medien und Podcasts – egal aus welcher politischen Richtung – wieder mit dem Thema „Terrorismus in den USA“ über.
Eine Hälfte sieht den Islamismus im Allgemeinen oder im Besonderen als größtes Übel unserer Zeit an. Die andere ruft dazu auf, „nicht zu verallgemeinern“ und alle Muslime über einen Kamm zu scheren.
Das Problem begann aber doch nicht erst 2001.
Am 16.02.2026 verlinkte ich den „TKP“-Artikel „Die Geburt einer Nemesis: Wie die USA den Iran erschaffen haben, den sie jetzt fürchten“. Darin schreibt der Autor Felix Abt unter anderem:
„Premierminister Mohammad Mossadegh verstaatlichte die iranische Ölindustrie, die damals von der Anglo-Iranian Oil Company (später BP) kontrolliert wurde. Großbritannien strich den Großteil der Gewinne ein, während Iran fast nichts von seinen eigenen Ressourcen erhielt. Mossadegh erklärte: ‚Das ist unser Öl. Die Gewinne sollten dem iranischen Volk zugutekommen.'“
Kurz darauf wurde er weggeputscht und eine West-Marionette bestieg den Pfauenthron. Dieses Vorgehen wurde 2013 von der CIA bestätigt.
In einem Dokument aus dem Jahr 1976 erläuterte „Amnesty International“ einige der Folterpraktiken von „SAVAK“ (Organisation für Geheimdienst und nationale Sicherheit) und erklärte, dass das Schah-Regime eines der schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Welt war.
Und wie dem Guten meist das Schlechte folgt, wird das Schlechte oft von einer Katastrophe abgelöst. 1979 gab es einen Aufstand und ein islamistisches Mullah-Regime wurde installiert.
Wenn man jedoch den Aussagen diverser Podcaster glauben darf, gibt es nur eins, was die Iraner heutzutage mehr hassen als ihr Regime: nämlich die USA und Israel.
Schauen wir mal nach Syrien.
„Wie der Westen den Arabern die Demokratie stahl: Der Syrisch-Arabische Kongress von 1920 und die Zerstörung seiner historischen liberal-islamischen Allianz“
Als der Große Krieg (WK I) in Europa das Osmanische Reich erfasste, erhoben sich arabische Nationalisten zum Aufstand gegen ihre türkischen Herrscher und verbündeten sich mit den Briten mit dem Versprechen eines unabhängigen arabischen Staates.
Im Oktober 1918 marschierte der arabische Militärführer Prinz Faisal siegreich in Damaskus ein und proklamierte eine verfassungsmäßige Regierung in einem unabhängigen Großsyrien.
Faisal gewann auf der Pariser Friedenskonferenz die amerikanische Unterstützung für die Selbstbestimmung, doch andere Entente-Mächte planten, ihre kolonialen Interessen zu schützen.
Unter Androhung einer europäischen Besatzung erklärte der Syrisch-Arabische Kongress am 08.03.1920 seine Unabhängigkeit und krönte Faisal zum König einer “zivilen repräsentativen Monarchie.”
Scheich Rashid Rida, der prominenteste islamische Denker seiner Zeit, wurde Kongresspräsident und überwachte die Ausarbeitung einer Verfassung, die die erste arabische Demokratie der Welt etablierte und gleiche Rechte für alle Bürger, auch für Nicht-Muslime, garantierte.
Doch Frankreich und Großbritannien weigerten sich, die Regierung in Damaskus anzuerkennen und führten stattdessen ein Mandatssystem ein, unter dem Vorwand, dass die Araber noch nicht bereit für die Selbstverwaltung seien.
Im Juli 1920 marschierten die Franzosen in den syrischen Staat ein und zerstörten ihn.
Die fragile Koalition säkularer Modernisierer und islamischer Reformer, die die Demokratie etabliert hatte, wurde zerstört, mit tiefgreifenden Folgen, die noch immer nachhallen.
Quelle: wilsoncenter.org/book/how-west-stole-democracy-arabs-syrian-arab-congress-1920-and-destruction-its-historic-liberal
Nach 50 Jahren „Diktatur“ hat Syrien jetzt endlich eine demokratische Taliban-Demokratie mit einem Führer, den die USA bis vor nicht allzu langer Zeit noch per Steckbrief suchten und auf den ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgesetzt war.
So schnell kann’s gehen.
Nächster Tatort: Libyen.
22.05.2019 Das Dinar-Gold, wahre Grund für Gaddafis Mord
Im Jahr 2009 schlug Oberst Gaddafi, der damalige Präsident der Afrikanischen Union, den Staaten des afrikanischen Kontinents vor, auf eine neue, vom amerikanischen Dollar unabhängige Währung umzustellen, das Dinar-Gold.
Das Ziel dieser neuen Währung ist es, die Öleinnahmen in Fonds umzuleiten, die vom Staat und nicht von amerikanischen Banken kontrolliert werden. Kurz gesagt, um den Dollar weiter für Öltransaktionen zu nutzen.
Länder wie Nigeria, Tunesien, Ägypten und Angola waren bereit, die Währung zu wechseln.
Im März 2011 aber intervenierte die internationale Koalition (sprich: „NATO“) in Libyen im Namen der Freiheit …
Weiterlesen = millenium-state.com/blog/de/2019/05/22/das-dinar-gold-der-wahre-grund-fur-gaddafis-mord
Abkoppeln von der Weltwährung US-Dollar? Nicht mit dem „Wertewesten“!
Die Lüge, die den Irak-Krieg einläutete:
Das Wespennest „Israel“ trägt natürlich auch zum Unfrieden bei.
Am 14./15.06.1948 um Mitternacht lief das Mandat für Palästina aus und der Staat Israel entstand. Die palästinensische Regierung hörte offiziell auf zu existieren, der Status der britischen Streitkräfte, die sich noch im Rückzugsprozess aus Haifa befanden, änderte sich in Besatzer fremden Territoriums, die palästinensische Polizei trat offiziell zurück und wurde aufgelöst, das verbleibende Personal wurde zusammen mit den britischen Streitkräften evakuiert, die britische Blockade Palästinas wurde aufgehoben und alle, die palästinensische Staatsbürger gewesen waren, waren keine britischen Schutzpersonen mehr mit obligatorischen palästinensischen Pässen, die den Briten keinen Schutz mehr bieten. 1948 kam es sowohl vor als auch nach dem Ende des Mandats zur Vertreibung und Flucht der Palästinenser.
Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Mandatory_Palestine
Es liegt mir fern, Gräueltaten zu relativieren oder zu entschuldigen, die von Terroristen verübt wurden und wahrscheinlich noch verübt werden.
Ich möchte nur aufzeigen, dass Imperien wie Groß-Britannien, Frankreich, die USA et al. Jahrhunderte ihre Macht genutzt hatten (und immer noch nutzen), um anderer Länder zu unterdrücken und auszubeuten, damit deren Konzerne größtmögliche finanzielle Vorteile erzielen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Und ja, Deutschland zähle ich inzwischen ebenfalls dazu.
Deswegen hasst ein Großteil der Muslime den „Wertewesten“. So, wie bis in die 80er z.B. die Niederländer uns hassten. Als Deutscher durfte man sich an National-Feiertagen auf keinen Fall als solcher zu erkennen geben. Weiß ich aus erster Hand.
Westliche Gesellschaften machen es sich also etwas zu einfach, indem sie immer nur auf die „bösen Islamisten“ zeigen. Ein generelles „Ach, die armen Muslime!“ hilft uns aber auch nicht weiter.
#JustMy2Cent