23.06.2026 Chat mit Selenskyj verschwunden: EU-Ombudsfrau ermittelt gegen von der Leyen
Gegen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird erneut ermittelt. Im Mittelpunkt steht diesmal ein geheimer Gruppenchat mit Friedrich Merz, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem ausscheidenden britischen Premierminister Keir Starmer.
Ombudsfrau Teresa Anjinho prüft, ob die Kommission gegen Transparenzvorschriften verstoßen hat, als sie den Zugang zu den Nachrichten verweigerte.
Der Gruppenchat wurde erstmals im Januar bekannt, als das Nachrichtenportal „Politico“ darüber berichtete. Die niederländische Rechercheorganisation „Follow the Money“ beantragte daraufhin Einsicht in die Kommunikation zwischen von der Leyen und den beteiligten Staats- und Regierungschefs.
Die Kommission lehnte den Antrag jedoch ab. Eine Veröffentlichung der Chats würde „die internationalen Beziehungen der EU (und ihrer Mitgliedstaaten) zu Drittstaaten beeinträchtigen“, argumentierte die Behörde.
Die sogenannte „Washington-Gruppe“ soll sich laut Medienberichten über Strategien im Umgang mit US-Präsident Donald Trump ausgetauscht haben.
Die Kritik an der Kommunikations- und Archivierungspraxis der EU-Kommission hat bereits eine längere Vorgeschichte.
Im vergangenen Jahr entschied das Gericht der EU, dass die Kommission eine Anfrage der „New York Times“ zu SMS-Nachrichten zwischen von der Leyen und „Pfizer“-Chef Albert Bourla im Zusammenhang mit milliardenschweren Impfstoffverträgen während der Corona-Krise fehlerhaft behandelt hatte.
Anfang Juni rügte Anjinho zudem die Löschung einer SMS von Macron an von der Leyen zum geplanten Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Mercosur-Bündnis.
Quelle: berliner-zeitung.de/article/geheimer-chat-mit-selenskyj-eu-ombudsfrau-ermittelt-von-der-leyen-10124237 (Abo)