Kaum gesagt – schon gibt’s Gegenwind

12.02.2026 Reiche dreht an der Einspeisegarantie: Wind- und Solarprojekte sollen das Netzrisiko mittragen
 
Netzgebiete mit regelmäßigem Überschussstrom sollen als „kapazitätslimitiert“ ausgewiesen werden. In solchen Regionen dürften neue Wind- und Solaranlagen nur ans Netz, wenn Betreiber auf Entschädigungen über die Einspeisevergütung verzichten, falls abgeregelt wird.
 
Das zwingt Projekte zu realistischeren Erlöserwartungen, weil nicht jede produzierte Kilowattstunde automatisch vergütet wird. Zudem könnten Netzbetreiber Baukostenzuschüsse verlangen, damit Betreiber den Netzausbau mitfinanzieren.
 
Diese Zuschüsse sollen regional unterschiedlich ausfallen, weil damit ein Signal für netzverträgliche Standorte gesetzt werden soll.
 
Das kann Investitionen gezielt in Regionen lenken, in denen Kapazität vorhanden ist. Für Betreiber heißt das jedoch: Die Kalkulation hängt stärker vom Netzanschlussregime ab.
 
Der Entwurf hat einen klaren Kostentreiber im Blick: Redispatch. Betreiber werden heute entschädigt, wenn Anlagen wegen Netzüberlastung abgeregelt werden, obwohl sie Strom erzeugen könnten.
 
Gleichzeitig laufen in Engpasslagen teure Kraftwerke, weil der erneuerbare Strom aufgrund der Netzengpässe nicht in die Lastzentren gelangt. Für 2025 erwarten Experten Redispatchkosten von rund 2,7 Mrd. €.
 
Hier hat Reiche einen Punkt, denn es ist nicht sinnvoll, Erzeugung zu fördern, die regelmäßig nicht eingespeist werden kann. „Günstiger Strom“ existiert nur dann systemisch, wenn er auch ankommt wo man ihn braucht.
 
Die bisherige Logik sozialisiert allerdings das Engpassrisiko, weil bei Abregelung Geld fließt. Damit wirkt die Absicherung wie eine dauerhafte Einspeisegarantie, obwohl Netzengpässe ein reales Markt- und Systemrisiko sind.
 
In der Debatte prallen zwei Erzählungen aufeinander.
 
Vertreter aus dem Umfeld der Erneuerbaren verweisen häufig auf niedrige Erzeugungskosten von Wind und Solar.
 
Gleichzeitig gibt es harten Widerstand, sobald Entschädigungen sinken oder Garantien bei der Einspeisevergütung beschnitten werden.
 
Kritiker sehen darin eine Schieflage, weil Betreiber Schutzmechanismen verteidigen, während Systemkosten bei Netzen und Verbrauchern landen.

 
Quelle: blackout-news.de/aktuelles/reiche-dreht-an-der-einspeisegarantie-wind-und-solarprojekte-sollen-das-netzrisiko-mittragen
 

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