Feigheit kommunaler Politiker

26.06.2026 Einerseits beklagen, Städte und Gemeinden gehen am Stock, andererseits wahre Ursachen verschweigen
 
Dass mit dem bundesweiten Aktionstag auf eine schlimme Lage aufmerksam gemacht wurde, ist zwar löblich, doch erscheint mir dieser eher wie eine PR-Aktion, der an der Oberfläche allenfalls etwas Aktivität simulierte.
 
Tatsächliche Ursachen blieben hingegen unerwähnt wie auch die Tatsache, dass die Zivilgesellschaft schleichend demontiert und umgebaut wird – seit Langem.
 
Aus einer sich soziale Marktwirtschaft und freiheitlich-demokratische Grundordnung nennenden Gemeinschaft wurde und wird eine Gesellschaft modelliert, die immer und immer weiter eines praktiziert: zivilisatorische, soziale, kulturelle, gemeinwohlorientierte Errungenschaften infrage und/oder auf den Prüfstand zu stellen und abzubauen.
 
Umverteilung inklusive, aber nicht für die vielen Menschen. Dass die Politik den Menschen dienen soll und nicht umgekehrt, wird von ihr tagtäglich missachtet.
 
Sowas kommt von sowas, heißt ein Spruch, der Ursache und Wirkung in Zusammenhang setzt. Doch wenn Ursachen verschwiegen werden und die Bürger das merken, gerät selbst die schönste Protestaktion ins Abseits. So wie bei „Kommunen am Limit“.
 
Beim Durchforsten zahlreicher Stellungnahmen von Bürgermeistern auf „Facebook“ las ich kein Wort darüber, dass sich die Kommunalpolitiker über Deutschlands Aufrüstung aufregen, die so massiv ist, dass man den Bundeshaushalt bald in Militarisierungshaushalt umbenennen kann.
 
Kein Wort las ich etwa darüber, dass die große Bundespolitik nach und nach bald 5% des Bruttosozialprodukts für Rüstung ausgeben wird, dass irrsinnige Summen in die Ertüchtigung und Wehrhaftigkeit des Landes, Infrastruktur, Zivilverteidigung, Bunker, Militärkrankenhäuser investiert werden.
 
Bürgermeister freuen sich auch schon mal, dass Firmen in ihren Kommunen Aufträge der Bundeswehr bekommen, auf dass die Zukunft genau damit gesichert wird, einzig kriegstüchtig zu sein.
 
Es wird [von Bürgern] mehr als angemahnt, dass die kommunale Finanzkrise sehr konkret vor Ort spürbar sei und Bund und Länder für die Bürger handeln müsse.
 
Die Ansage lautete: Rettet die Kommunen!
 
Und das geht eben nur, wenn das (durchaus vorhandene, von uns allen erwirtschaftete) Geld entsprechend und ohne Infragestellen bereitgestellt wird.
 
Ich lese heraus: Was brauchen wir Panzer, Raketen, Patronen?

 
Quelle: nachdenkseiten.de/?p=152888
 

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