Entwicklungshilfe: Billionen fließen nach Afrika und Migranten fließen zurück

10.06.2026 Quo vadis Entwicklungshilfe?
 
„Strategischer, fokussierter und partnerschaftlicher“ – so soll die deutsche Entwicklungspolitik werden, zumindest laut dem Anfang des Jahres vorgestellten Reformplan des „Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. Zugleich werden die Hilfsleistungen reduziert.
 
Nachdem diese zwischen 2012 und 2023 von 10 Mrd. € auf über 35 Mrd. € pro Jahr angestiegen waren, sind sie in den vergangenen zwei Jahren gesunken: 2024 auf 30 Mrd. € und 2025 auf rund 26 Mrd. €.
 
Parallel stieg Deutschland aber durch die Abwicklung der US-Entwicklungsbehörde „USAID“ unter Donald Trump zum weltweit größten Geberland auf. Der allgemeine internationale Trend geht aber schon seit einigen Jahren nach unten.
 
Aus diesem Grund schlagen immer mehr Hilfsorganisationen Alarm. So warnte 2025 die Präsidentin von „Brot für die Welt“ Dagmar Pruin: „Wenn die Entwicklungsgelder weiter gekürzt werden, sterben Menschen.“
 
Doch auch Kritik an der Entwicklungshilfe ist zuletzt lauter geworden – unter anderem ausgelöst durch kontroverse Entwicklungsprojekte wie die Radwege in Peru oder den Bau von Sanitäranlagen in Nigeria.
 
So forderte etwa 2024 Wolfgang Kubicki im Streit um den Bundeshaushalt eine Kürzung der Entwicklungshilfe und der humanitären Hilfe um rund 20 Mrd. €.
 
Kritik an der Entwicklungshilfe kommt nicht nur aus der Politik. Zu den umfassendsten kritischen Werken zählt das Buch „Afrika wird armregiert“ des ehemaligen deutschen Diplomaten Volker Seitz, der insgesamt 46 Jahre im Auswärtigen Dienst und davon 17 in Afrika tätig war.
 
Darin fragt er, warum jahrzehntelange Hilfen „die verheerenden wirtschaftlichen Verhältnisse“ nicht nachhaltig verbesserten.
 
Zu den Hauptverantwortlichen zählt er Afrikas Eliten und Regierungschefs und liefert zahlreiche Beispiele, wie langjährige Staatschefs regelmäßig neue Hilfe für den Kontinent einfordern, gleichzeitig jedoch einen äußerst luxuriösen Lebensstil pflegen, während die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ihres Landes kaum vorankommt.
 
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Genau das moniere ich ebenfalls schon seit Jahren: Steuergelder werden in der Welt verteilt, aber die Kontrolle, ob die auch zweckgebunden verwendet werden, fehlt.
 
Davon abgesehen ist natürlich auch der ehemalige Kolonialismus der Europäer und der moderne Raubtier-Kapitalismus (nicht der Kapitalismus als solches) in beträchtlichem Umfang dafür verantwortlich (Ausbeutung von Menschen und/oder Ressourcen). Früher waren es z.B. die „West India Company“ (Niederlande) oder die „East India Company“ (UK); heute heißen sie Rockefeller, Gates, „Amazon“ und so weiter. Geld regiert die Welt!
 
Man könnte dem recht schnell einen Riegel vorschieben, indem man z.B. entsprechende Steuergesetze erlässt. Einheitliche Steuergesetze. Aber das funktioniert ja nicht mal in der EU, geschweige denn weltweit. Warum wohl (nicht)?
 
In unserer „Wertedemokratie“ wird immer gerne betont, dass „die parlamentarische Immunität die freie und unbehinderte Ausübung des Mandats sichern soll“. Ist das so?
 
Könnte es nicht sein, dass diese Immunität nur dazu dient, Entscheidungen, die Politiker gezielt gegen die Interessen des Volks, aber im Interesse von Konzerne und/oder Oligarchen treffen, ungestraft bleiben?
 
Wozu brauchen Politiker Immunität, da sie ja „schwören, dass sie ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, ihre Pflichten gewissenhaft erfüllen …“?
 
Korruption bedeutet unter anderem: „Verhältnisse, in denen korrupte Machenschaften das gesellschaftliche Leben bestimmen und damit den moralischen Verfall bewirken“.
Quelle: Duden
 
Amoralisch ist es, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren.
 
Bösartig ist es, Menschen in Armut zu schicken und sie schulterzuckend bis ans Lebensende in Armut leben zu lassen. Nur um des Profit Willens.
 
Wie oben geschrieben, bin ich kein Gegner des Kapitalismus‘. Dieser hat die Menschen in der westlichen Welt und in China aus der Armut geholt. Und ich bin der festen Überzeugung, das könnte mit entsprechender Unterstützung auch in Afrika langfristig passieren (China ist dort aktuell Vorreiter).
 
Ich bin allerdings ein absoluter Gegner von raffgierigen Menschen, die ihren Reichtum auf der Ausbeutung von Menschen angehäuft haben sowie deren Unterstützern. Zu unser aller Lasten.
 
Die Korruption des „Wertewestens“ dauert schon viel länger und ist viel tiefgreifender, als wir uns das eingestehen wollen. „Entwicklungshilfe“ ist nur ein Beispiel unter vielen.
 
#JustMy2Cent

 

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