07.08.2026 Diesel aus Amerika: Europas neue Abhängigkeit
Während Brüssel von einer „Energieunabhängigkeit“ fantasiert und jegliche Importe aus Russland bereits gekappt hat oder kurz davorsteht, hat man die Abhängigkeit von den USA massiv ausgebaut.
Die jüngsten Zahlen der US-Energiebehörde „EIA“ zeigen: In der Woche bis Ende Juli 2026 erreichten die amerikanischen Destillatexporte 1,9 Millionen Barrel pro Tag, den höchsten jemals gemessenen Wert.
Bereits fünf Wochen in Folge lagen die Ausfuhren über 1,5 Millionen Barrel täglich. Ein Großteil der Ladungen ging in nordwesteuropäische Häfen.
Die Produktion kommt in den USA nicht mehr mit der Nachfrage nach: Die US-Destillatvorräte fielen auf den niedrigsten saisonalen Stand seit 1996 und liegen rund 12% unter dem Fünfjahresdurchschnitt.
Trotz hoher Raffinerieauslastung von über 96% und gesteigerter Dieselproduktion schöpfen Exporteure aus den Beständen.
Vor dem herbstlichen Nachfrageschub – insbesondere für Heizöl – ist dies durchaus eine brisante Entwicklung.
Die USA übernehmen damit erneut eine Stabilisierungsrolle für Europa – ähnlich wie zuvor beim LNG, als man russischem Gas entsagt hat.
US-Raffinerien profitieren von den hohen Margen und der Nachfrage. Doch dort gehen die Bestände deshalb zurück.
Besonders vor dem Winter rechnen viele deshalb mit Preissteigerungen; dafür braucht es keine echte Knappheit, sondern nur die Sorge davor.
Quelle: tkp.at/2026/08/07/diesel-aus-amerika-europas-neue-abhaengigkeit