Da sind sie wieder: die berühmten 80 Prozent

27.04.2026 ARD-Umfrage: Vier von fünf Deutschen finden, der Wohlstand sei ungerecht verteilt – breite Mehrheit fordert Vermögensteuer
 
Eine deutliche Mehrheit von 81% findet, dass der wirtschaftliche Wohlstand in Deutschland ungerecht verteilt sei. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von „infratest“ dimap im April im Auftrag der ARD-Aktion „Deine Meinung zählt!“.
 
Lediglich 15% finden, dass die Verteilung gerecht ist.
 
Angesichts der Zahlen ist es wenig verwunderlich, dass sich 64% für die Einführung einer Vermögensteuer und 61% für die Anhebung der Erbschaftsteuer aussprechen.
 
Nur AfD-Anhänger wenden sich mehrheitlich zu 52% gegen eine Vermögensteuer aus. Alle anderen Parteianhänger befürworten diese Maßnahme mehrheitlich – bei den Unionswählern sind es 62%. Bei SPD, Grünen und Linken sind es zwischen 84% und 88%.
 
Bei der Anhebung der Erbschaftsteuer auf hohe Erbschaften sieht das Ergebnis ähnlich aus:
 
Lediglich die AfD-Sympathisanten sind mehrheitlich dagegen. Die mögliche Steuererhöhung wird von 64% der Unionswähler befürwortet, und bei Grünen und Linken liegt die Zustimmung wieder bei oder über 85%.

 
Quelle: apollo-news.net/vier-von-fuenf-deutschen-finden-der-wohlstand-sei-ungerecht-verteilt-breite-mehrheit-fordert-vermoegensteuer
 

Warum ich „die berühmten 80 Prozent“ schreibe?
 
Die Zahl ist auf ein erstmals 1961 in New Haven durchgeführte psychologische Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgram geleitet wurde, zurückzuführen, weswegen solche Experimente auch „Milgram-Experimente“ genannt werden.

 

Das Milgram-Experiment ist ein erstmals 1961 in New Haven durchgeführtes psychologisches Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgram entwickelt wurde, um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.
 
Der Versuch bestand darin, dass ein „Lehrer“ nach Anweisungen eines „Versuchsleiters“ einem „Schüler“ bei Fehlern elektrische Schläge versetzen und deren Intensität nach jedem weiteren Fehler erhöhen sollte.
 
Sowohl die „Versuchsleiter“ als auch die „Schüler“ waren Schauspieler und die Stromschläge erfolgten nicht real. Dies blieb den eigentlichen Versuchspersonen, den „Lehrern“, jedoch verborgen, so dass sie davon ausgehen mussten, den „Schülern“ echte Schmerzen zuzufügen.
 
In der ersten Versuchsreihe waren 65% der Versuchspersonen bereit, den „Schüler“ mit einem elektrischen Schlag mit den maximalen 450 Volt zu „bestrafen“, allerdings empfanden viele einen starken Gewissenskonflikt. Kein „Lehrer“ brach das Experiment ab, bevor die 300-Volt-Grenze erreicht war.
 
Das Ergebnis einer Erweiterung des Experiments im Jahre 1965 war dagegen, dass die Haltung anderer „Lehrer“ einen Einfluss hat.
 
Der Anteil der bedingungslos gehorchenden Probanden nahm stark ab (auf 10%), sobald zwei weitere vermeintliche „Lehrer“ an dem Experiment teilnahmen, die dem Versuchsleiter Widerstand entgegensetzten.
 
Befürworteten die zwei „Lehrer“ allerdings die Fortführung des Experimentes, so folgten dem 90% der Probanden.
 
Bestandteil einer anderen Variation war es, dass Milgram den Raum verließ und ein Schauspieler, der sich als Proband darstellte, das Experiment leitete. Hier sank der Anteil der Probanden, die bis zur Höchststufe gingen, auf 20&.
 
Im Jahr 2006 wurde das Experiment von Jerry Burger an der „Santa Clara University“ unter modifizierten Bedingungen wiederholt. Es wurden Frauen beteiligt, die maximale Spannung betrug 150 Volt.
 
70% der Probanden, die allesamt Milgrams Experiment nicht kannten, gingen bis zur Maximalstärke. Der Unterschied gegenüber Milgrams Original-Experiment (83% der Probanden gingen bis 150 V) ist statistisch nicht signifikant
 
Im Frühjahr 2009 wurde das Experiment unter Nutzung der „Autorität des Fernsehens“ statt der der Wissenschaft im Rahmen einer vermeintlichen Spielshow in Frankreich wiederholt und aufgezeichnet.
 
Der Film von Christophe Nick wurde am 18.03.2010 erstmals im Abendprogramm (mit dem Vermerk: nicht für Kinder unter 12 Jahren) auf dem Fernsehsender „France “ mit anschließender Diskussionsrunde ausgestrahlt.
 
In dem Fernsehexperiment gingen 80% der Teilnehmer bis zur höchsten Bestrafungsstufe.
Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

 

Zwischen 65% und 90% der Teilnehmer haben sich „Wissenschaftlern“ untergeordnet und dabei sogar (vermeintlich) anderen Menschen Schmerzen zugefügt.
 
Deswegen spreche ich immer von „den 80%“, die nicht nachdenken und erst recht nichts hinterfragen, sondern alles tun, was ihnen von „Autoritären“ gesagt oder von „staatstragenden“ Medien vorgekaut wird.
 
Ein sehr gute Beispiel ist in diesem Zusammenhang Louis Klamroth. Auf beiden Seiten: auf der einen als uninformierter Bürger und auf der anderen als Propagandaschleuder.

 

28.04.2026 Ab 70.000 Euro Jahreseinkommen reich? Louis Klamroth irritiert mit Umverteilungs-Aussage
 
Der Moderator Louis Klamroth moderierte am Abend des 27.04.2026 die „ARD–Arena“ und irritierte mit seiner Einschätzung, wer für ihn bereits als reich gilt. Laut Klamroth sind das bereits Bürger, die den Spitzensteuersatz zahlen – also Personen, die knapp 70.000 Euro im Jahr verdienen.
 
„Dass sehr reiche Menschen sagen: ‚Bei mir lieber nicht‘, kann ich verstehen.“
 
Söder widersprach Klamroths Formulierung: „Das finde ich nicht fair und auch nicht korrekt, wie Sie das hier machen. Sie können nicht einfach sagen, dass reiche Menschen – oder was immer in Deutschland reich ist – sagen, die wollen nicht.“ Und konterte mit einer einfachen Frage: „Was ist für Sie reich?“
 
Darauf hatte Klamroth zögerlich eine Antwort parat: „Leute, die den Spitzensteuersatz zahlen.“
 
Söder zeigte sich überrascht: „Das ist für Sie schon reich?“ Anschließend wollte er wissen, ob Facharbeiter, Mittelständler oder Handwerksmeister für Klamroth bereits reiche Männer seien. „Keiner von denen verdient auch nur annähernd so viel wie Sie. Wetten?“
 
Klamroth antwortete darauf: „Wahrscheinlich haben Sie recht.“

 
Quelle: apollo-news.net/fr-ard-moderator-louis-klamroth-sind-leute-die-den-spitzensteuersatz-zahlen-reiche-menschen
 

Solche Leute erklären „den 80%“, wie die Welt funktioniert.
 
Genau das ist auch der Grund, warum ich so pessimistisch bin, was die Zukunft angeht.
 
#JustMy2Cent
 

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