25.04.2026 Experte(!) analysiert Reform-Idee: Lehrer wollen Sitzenbleiben am Gymnasium abschaffen
Die Grundidee ist dabei sehr schnell umrissen: Am Gymnasium sollen Schüler, die scheitern, nicht mehr klassisch eine ganze Jahrgangsstufe wiederholen. Stattdessen würden nur einzelne nicht bestandene Module noch einmal bespielt.
„Module bespielen“. Fängt ja schon gut an.
Ab der siebten Klasse wäre das Gymnasium modular organisiert – mit Fachmodulen, Fördermodulen, Plusmodulen, Brückenmodulen und Projektmodulen.
Der feste Klassenverband der Jahrgangsstufen 7 bis 11 würde weitgehend entfallen, stattdessen bekäme jeder Schüler eine Lehrkraft als dauerhaften „Coach“, der den Lernweg, die Belastung und den Förderbedarf begleitet.
Und wer soll als „Coach“ rekrutiert werden? Und vor allem: Wer soll das bezahlen?
Bundesweit lag die Studienanfängerquote 2023 bei 56,5% der relevanten Geburtsjahrgänge. Gleichzeitig blieben2024 rund 69.400 Ausbildungsstellen unbesetzt.
Das zeigt, dass Deutschland kein Problem fehlender Akademisierung hat, sondern der Mangel in anderen Bereichen liegt: berufliche Bildung wie Handwerk, Pflege und weitere praktische Laufbahnen.
Was man halt in Deutschland so unter „Akademisierung“ versteht. Politikwissenschaft oder Genderwissenschaft fallen z.B. darunter. Böse Zungen nennen das „Geschwätzwissenschaft“.
Apropos „Geschwätz“:
Dieser Zweig zeigt sich daher – neutral betrachtet und ohne auf eine etwaige Fehlsteuerung einzugehen, das wäre eine andere wichtige Debatte – produktiv.
Alles klar?
Der tiefere Irrtum des ganzen Vorstoßes liegt jedoch noch woanders. Hinter ihm steht auch die Vorstellung, junge Menschen müssten immer stärker vor den Zumutungen von Leistung, Scheitern und Begrenzung geschützt werden.
Natürlich soll Schule fördern und nicht demütigen. Aber wer jedes Hindernis sofort in ein Fördergespräch, ein Brückenmodul oder eine Coachingschleife übersetzen will, erzieht nicht automatisch zu Stärke.
Er kann auch das Gegenteil bewirken: die Gewöhnung daran, dass Systeme sich immer weiter an subjektive Überforderung anpassen. Das verschiebt die Kollision mit der Realität nicht nur, es verschärft sie womöglich, denn ein ähnliches Erwartungslevel gibt es dann später eben auch.
Jetzt kommt er endlich zum Punkt.
Mehrere Studien zur Generationenforschung zeigen zudem, dass bereits Teile der Generation Z ein ambivalentes Verhältnis zu Leistung und Belastbarkeit entwickeln:
Während sie hohe Ansprüche an Sinnhaftigkeit und Work-Life-Balance formulieren, berichten Arbeitgeberverbände zugleich von steigenden Schwierigkeiten bei Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen.
Untersuchungen zu NEET-Quoten – simplifiziert sind das junge Menschen, die schlicht nichts machen – in westlichen Ländern weisen ebenfalls darauf hin, dass ein wachsender Anteil junger Erwachsener länger braucht, um stabile Übergänge in Ausbildung und Arbeit zu bewältigen.
Gerade deshalb ist der Vorschlag gesamtgesellschaftlich einzuordnen und aus dem reinen Schulkontext herauszulösen:
Eine stark individualisierte Gesellschaft, digital konditioniert auf eine schnelle Bedürfnisbefriedigung, bei der das Individuum in den Mittelpunkt rückt und zum König in der eigenen Welt wird, tut sich ohnehin immer schwerer damit, Menschen aus ihren jeweiligen Einzelwirklichkeiten zurück in gemeinsame Standards zu holen.
Kurzfassung: Die Gesellschaft zieht narzisstische Menschen heran, die nach Schule und Studium heulend in der Ecke sitzen, weil ihnen die Realität mit dem Hintern ins Gesicht springt.
Bildung sollte daher grundsätzlich nicht aus der Perspektive eines Einzelelements wie dem Gymnasium betrachtet werden, sondern immer im Gesamtkontext einer Gesellschaft, die erhebliche Schwierigkeiten hat, ihre Ressourcen in einer neuen Zeit mit großen Herausforderungen sinnvoll zu nutzen.
Quelle: focus.de/familie/schule/lehrer-wollen-sitzenbleiben-am-gymnasium-abschaffen_ae191402-e5b0-4a4d-861a-4c722c1456b9.html
– gefunden bei Danisch.de
Dabei gibt es nur ein Problem: Die Gesellschaft hat eben diese Schwierigkeiten, weil von Politikern, der „Zivilgesellschaft“ und Medien kompromisslose Individualisierung vorangetrieben und parallel die klassische Familie zerstört wird. Hier hat sich besonders die Partei hervorgetan, die zynischerweise das Wort „sozial“ im Namen trägt:
„Wir müssen lernen, was Liebe ist. Da kann der Staat helfen.“ Renate Schmidt (SPD)
„Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern.“ Olaf Scholz (SPD)
„Auch Vereine und Verbände sollten an der Kinderbetreuung beteiligt werden.“ Nicolette Kressl (SPD)
„Familie ist, wo Kinder sind.“ Christine Bergmann (SPD)
Wenn Kinder zur politischen Massenware verkommen, müssen wir uns nicht wundern, wenn sie mit psychischen Problemen aus Schulen und Universitäten entlassen werden.
Aber das ist genau so gewollt, denn entwurzelte Menschen sind wesentlich besser zu manipulieren.
#JustMy2Cent