30.01.2026 EU „cancelt“ Russen-Gas, Norwegens Produktion sinkt um 12,5%
Am 26.01.2026 gab der EU-Rat, in schier unendlichen Weisheit, grünes Licht für ein schrittweises Verbot russischer Gasimporte. So berichtet etwa „Reuters“ wie folgt:
„Das Verbot war so konzipiert, dass es von einer größeren Mehrheit der Länder gebilligt werden konnte, um den Widerstand Ungarns und der Slowakei zu überwinden, die weiterhin stark von russischen Energieimporten abhängig sind und enge Beziehungen zu Moskau pflegen wollen.
Gemäß dem Abkommen wird die EU die Importe von russischem Flüssigerdgas bis Ende 2026 und von Pipelinegas bis zum 30.09.2027 einstellen.
Das Gesetz sieht vor, dass diese Frist spätestens auf den 01.11.2027 verschoben werden kann, falls ein Land Schwierigkeiten hat, seine Gasspeicher vor dem Winter mit nicht-russischem Gas zu füllen.
Russland lieferte vor 2022 mehr als 40% des EU-Gasbedarfs. Dieser Anteil sank laut den aktuellsten verfügbaren EU-Daten bis 2025 auf rund 13%.
Einige EU-Länder zahlen jedoch weiterhin an Moskau für Öl, Pipelinegas und Flüssigerdgas, was ihren Bemühungen, die Ukraine zu unterstützen und die Finanzierung der russischen Kriegswirtschaft einzuschränken, widerspricht.“
Sollten die Zahlen im Reuters-Artikel stimmen – und das ist durchaus wahrscheinlich –, sieht die Lage hinsichtlich der oben genannten norwegischen Daten noch düsterer aus.
Der Rückgang der norwegischen Erdgasproduktion um 12,5% im Jahr 2025 bedeutet, dass etwa 3,5% bis 4% der Erdgaslieferungen aus Norwegen an die EU und UK fehlen.
Zieht man von den norwegischen Daten die 7% Erdgaslieferungen aus Russland ab, ergibt sich für 2026 ein Versorgungsrückgang von etwa 11% bis 12%.
Sollten die von Reuters veröffentlichten Zahlen für die russische Gasversorgung im Jahr 2025 stimmen (was durchaus wahrscheinlich ist), würde die Gasversorgung der EU und UK in diesem Jahr um bis zu 16% bis 17% sinken. Und zwar im Vergleich zum Vorjahr.
Sind diese Zahlen einigermaßen realistisch, wird ein Versorgungsrückgang von 12% bis 16% unweigerlich zu
ᐅ massiven Preissprüngen quasi über Nacht (da dies von den Terminhändlern bereits eingepreist wird) und
ᐅ einer (höchstwahrscheinlich massiv deflationären) Wirtschaftskrise führen.
Mit anderen Worten:
Viel Glück, Brüssel (und Frankfurt – Sitz der EZB), bei dem Versuch, dieses Chaos zu beheben, dass die EUroklatura* sich selbst, vor allem aber allen EU-Bürgerinnen und Bürgern eingebrockt hat.
Quelle: tkp.at/2026/01/30/eu-cancelt-russen-gas-norwegens-produktion-sinkt-um-125
* Anlehnung an das Wort „Nomenklatura“ = herrschende Klasse der Sowjetunion.