03.11.2026 Was hinter den Hacker-Angriffen auf Supermärkte steckt
Moderne Supermärkte betreiben hochkomplexe Kältekreisläufe, deren lückenlose Überwachung gesetzlich vorgeschrieben ist.
Um nicht für jede Einstellungsänderung oder Störungsmeldung einen Techniker vor Ort schicken zu müssen, setzen Betreiber und externe Dienstleister auf Fernzugriff. Das spart Personal- und Anfahrtskosten: Serviceunternehmen können Abtautakte programmieren, Alarme empfangen und den Energieverbrauch zentral aus der Ferne optimieren.
Aus Bequemlichkeit oder technischer Nachlässigkeit wurden diese Steuerungsmodule bei der Installation jedoch oft direkt an das Firmennetzwerk oder gar ohne zwischengeschaltete Schutzschilde ans offene Internet angebunden – statt sie in isolierte Spezialnetze einzubinden.
Das Einfallstor war die vernetzte Betriebstechnik. Betroffen waren dem Vernehmen nach vor allem Steuerungsmodule von Herstellern wie Danfoss. Viele dieser Einheiten waren ungeschützt über das öffentliche Internet auffindbar.
Die Angreifer nutzten offenbar automatisierte Suchprogramme, um offene Systeme im Netz aufzuspüren, und verschafften sich über bekannte Schwachstellen veralteter Software oder unveränderte Standard-Passwörter den Zugriff.
Sicherheitsexperten diskutieren zwei Szenarien:
Zum einen könnte es sich um staatlich gelenkte oder geduldete Akteure handeln, die gezielt kritische Infrastrukturen testen und die Lebensmittelversorgung verunsichern wollen.
Zum anderen könnten sogenannte „Script Kiddies“ oder kriminelle Hackergruppen am Werk sein, die schlicht ausprobieren, welche Schäden sich mit öffentlich verfügbaren Werkzeugen anrichten lassen.
Europäische Cybersicherheitsbehörden wie das „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ haben dringende Warnungen herausgegeben. Supermärkte und Betreiber industrieller Anlagen wurden aufgefordert, sämtliche Steuerungsgeräte sofort vom öffentlichen Netz zu trennen.
Fernwartungen dürfen nur noch über abgesicherte, verschlüsselte Verbindungen (VPN) und mit Zwei-Faktor-Authentifizierung erfolgen.
Zudem wird geprüft, ob Standards für die digitale Gebäude- und Logistiktechnik gesetzlich strenger reguliert werden müssen.
Quelle: zdfheute.de/panorama/sabotage-supermarkt-tiefkuehltruhen-100.html
Genau! Noch mehr Regulierungen; noch mehr Bürokratie. Das hilft bestimmt.
Wie wäre es, wenn man die Menschen, die damit zu tun haben, für solche Kehrseiten der Digitalisierung sensibilisiert? Aber möglicherweise sind die damit überfordert. Oder zu bequem, um sich damit zu befassen.
In meinem Umfeld erlebe ich das immer öfter. Es wird digitaler Krempel gekauft, angeschlossen und nicht mal ansatzweise darüber nachgedacht, was im Hintergrund passiert. Frei nach dem Motto: „Basst scho‘!“
Auf der anderen Seite: Aufklärung ist ein Relikt der Vergangenheit. Unwissende Leute lassen sich besser manipulieren.
Mir graut vor dem Tag, an dem alles digitalisiert, aber die Menschheit gleichzeitig noch dümmer ist, um verantwortungsvoll damit umzugehen.
#JustMy2Cent