26.01.2026 Smartphone als Peilsender: Stille Massenüberwachung durch Werbedaten
Inzwischen bieten mindestens 15 Unternehmen “Advertising Intelligence”-Dienste an, viele davon mit Sitz in Israel, gegründet von ehemaligen Militär- oder Geheimdienstangehörigen. Weitere Akteure operieren aus Europa und den USA.
Ihr Versprechen an Sicherheitsbehörden klingt wie aus einem dystopischen Pitchdeck: weltweite Ortung von Smartphones, teilweise in Echtzeit, sogar rückwirkend über Jahre und das ganz ohne Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern.
Über Webseiten, Wetter-Apps, Spiele und Navigationsdienste werden dank der “personalisierten Werbung” unzählige Daten gesammelt – und verkauft.
Diese Apps sammeln die Standortdaten angeblich für die personalisierte Werbung; dann landen diese Daten auf digitalen Marktplätzen, werden weiterverkauft, aggregiert, kombiniert.
Die Präsentationen, die „Le Monde“ einsehen konnte, lesen sich wie feuchte Träume jedes Ermittlers. Firmen wie „RCS“, „Penlink“ oder „Wave Guard“ versprechen nahezu lückenlose Bewegungsprofile, minutenaktuelle Updates und globale Abdeckung.
“Any device, any time, anywhere” lautet der Slogan – ehrlicher kann man den Kontrollanspruch kaum formulieren. Besonders brisant:
Die Daten sollen angeblich anonym sein, sind es aber nur so lange, bis Kunden die Zusatzoption “De-Anonymisierung” buchen.
Fast alle Anbieter werben offen damit, Werbe-IDs realen Personen zuzuordnen. Adressen, Namen, Aufenthaltsorte lassen sich durch Abgleich mit geleakten oder gehackten Datenbanken rekonstruieren.
Ein italienischer Anbieter prahlte sogar damit, 95% der Mobilgeräte eines Landes deanonymisiert zu haben. Datenschutz? Uninteressant.
Was wir hier sehen, ist ein perfides Überwachungssystem, das nicht nur durch den Staat selbst, sondern zunehmend auch durch private Akteure gesteuert wird. Und dank der unzähligen über Werbung finanzierten Apps wird dieses System immer umfassender.
Quelle: report24.news/smartphone-als-peilsender-stille-massenueberwachung-durch-werbedaten
Im Artikel von „Le Monde“ steht allerdings auch, dass nur „10% bis 15% der weltweit im Umlauf befindlichen Telefone“ rückverfolgbar seien. Das sind aber immer noch genug.
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