Philanthropische Hybris und Klugscheißerei mit fatalen Folgen

06.08.2026 Wie die „Hilfe“ der Gates-Stiftung in Afrika eine gewaltige Katastrophe auslöste
 
Mit einer groß angelegten Kampagne verteilte die Gates-Stiftung Millionen von Moskitonetzen an die Bevölkerung in Afrika, um die Ausbreitung der Malaria einzudämmen.
 
Auf dem Papier galt das Projekt als humanitäre Erfolgsgeschichte. Vor Ort entwickelte sich jedoch eine ganz andere Realität.
 
Wie der Biologe Forrest Galante berichtet, nutzten viele Dorfgemeinschaften rund um das Cahora-Bassa-Delta die Netze nicht zum Schutz vor Mücken, sondern zum Fischfang.
 
Was zunächst wie eine pragmatische Entscheidung aus der Not erscheint, entwickelte sich zu einem massiven ökologischen Problem.
 
Moskitonetze besitzen ein extrem feinmaschiges Gewebe, das selbst kleinste Mücken abhält. Genau diese Eigenschaft macht sie jedoch auch zu äußerst effizienten Fischernetzen. Sie fangen nicht nur ausgewachsene Tiere, sondern auch Jungfische und Fischlarven.
 
Das Cahora-Bassa-Delta ist eines der wichtigsten Laichgebiete des Sambesi-Systems – eine Kinderstube für zahlreiche Fischarten, die später das gesamte Flusssystem besiedeln und Millionen Menschen mit Nahrung versorgen. Werden dort massenhaft Jungfische gefangen, bevor sie sich fortpflanzen können, brechen die Bestände langfristig zusammen.
 
Galante weist zudem auf einen Aspekt hin, der seiner Meinung nach in westlichen Debatten häufig ausgeblendet wird:
 
Die lokalen Gemeinschaften verfügten bereits über eigene Strategien zur Eindämmung der Malaria. Dazu gehörten Rauch, Feuerstellen in den Häusern sowie über Generationen weitergegebene Verhaltensweisen.
 
Malaria werde zwar als ernstzunehmendes Risiko wahrgenommen, sei für viele Menschen jedoch nicht das drängendste Problem ihres Alltags. Hunger habe oftmals eine deutlich höhere Priorität.
 
Genau dieses Problem sei durch die zweckentfremdete Nutzung der Moskitonetze sogar verschärft worden, weil die langfristige Nahrungsgrundlage zerstört werde.
 
Dennoch würden die Programme unverändert weitergeführt.
 
In Pressemitteilungen würden weiterhin Millionen verteilter Moskitonetze als Erfolg ausgewiesen, während Spender die hohen Verteilungszahlen als Beleg für wirksame Entwicklungshilfe werteten.

 
Quelle: uncutnews.ch/wie-die-hilfe-der-gates-stiftung-in-afrika-eine-gewaltige-katastrophe-ausloeste
 

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