31 Jan 2017
 

Wenn man denkt, es könnte in Sachen „political correctness“ nicht noch dümmer kommen, erhält man von einem Twitterer den Link zu einem Artikel, in dem es um Rassismus beim Tragen bestimmter Frisuren geht.

Das Magazin „Indie“ hatte zu einer Haarflechtparty eingeladen, bei der eine Haarstylistin deren Lesern zeigen wollte, wie sie Cornrows, Bantu Knots und Dutch Braids flechten können. Diese Party wurde jedoch wegen Protesten abgesagt. Stattdessen gab es in Kooperation mit der Berliner Aktivistinnengruppe „White Guilt Clean Up“ eine Panel-Diskussion.

Die Diskussion, auf Englisch geführt, war quasi die Nachbereitung zum geplatzten Event. Es blieb nicht bei der Feststellung, dass dieses nur dann in Ordnung gewesen wäre, wenn die gebuchte Haarstylistin schwarz gewesen wäre. Nein, der Konsens zwischen den in Berlin lebenden, teils afroamerikanischen Aktivistinnen auf dem Podium lautete: Es ist grundsätzlich rassistisch, wenn Weiße afrikanische Frisuren tragen.
Die Forderung: Weiße müssen damit aufhören, und wenn man einem Weißen mit einer solchen Frisur begegnet, dann sollte man ihn – oder sie – zur Rede stellen. Die etwa 150 Menschen im Publikum, zu gleichen Teilen schwarz und weiß, Deutsche und Expats, hatten keinerlei Bedenken, für sie war die Diskussion absolut zwingend.

Verstehe! Deutsche, bleib bei deinen Zöpfen! So macht Diversität natürlich richtig Sinn.

Glücklicherweise gibt es noch Leute mit Verstand, wie zum Beispiel Abrehet Ghebreghiorghis, Geschäftsführerin von Magic Style in Leingarten. Die hat wenig Verständnis für solche Diskussionen.

„Ich schreibe doch niemandem vor, was für Haare er zu tragen hat. Das wäre diktatorisch!“

Ich befürchte nur, dass Abrehet einer aussterbenden Spezies angehört: den Toleranten.

via: @AlenaFuchsfell

Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/stil/frisuren-vor-gericht-lizenz-zum-flechten-1.3338589