08 Feb 2017
 

Manches fühlt sich irgendwie falsch an, wenn man es sieht, hört oder liest, aber man kann es nicht „greifen“. So ging es mir mit dem Artikel der ze.tt zur Genderwatch-App, den ich in „App für Genderklischees“ kommentierte.

Nachdem sich mein Unterbewusstsein jedoch ein paar Tage in Ruhe damit beschäftigen konnte, gab es mir die Antwort: Das Binnen-I, der Genderstern oder der Gendergap dienen nicht nur einer „geschlechtergerechten Sprache“. Nein! Es macht Männer unweigerlich zu Komplizen mit allem, was Feministinnen in die Welt setzen (selbst den größten Unfug). Daher kam wohl auch der Satz:

Ich schreibe „Wissenschaftlerinnen“, da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass sich ein Mann, geschweige denn ein Wissenschaftler, mit Geschlechter-Klischees in Serien beschäftigt.

Auf der anderen Seite reklamieren Feministinnen dadurch künftige Fortschritte und Errungenschaften für sich, selbst wenn keine einzige Frau daran beteiligt war. (Es würde mich auch nicht wundern, wenn eines Tages sogar die Bibel umgeschrieben wird, da Schöpfung und Geburt erklärtermaßen zu den weiblichen Eigenschaften gehören.) Mord und Totschlag sind dagegen nach wie vor Männerdomänen, weshalb Wörter wie Mörder, Täter oder Terroristen nach wie vor nur selten bis gar nicht „gegendert“ werden.

Bei mir hat das ganze Gegendere inzwischen das Gegenteil bewirkt. Sobald ich in einem Text ein „I“, ein „*“ oder ein „_“ sehe, hinterfrage ich automatisch, ob es sich dabei tatsächlich um eine gemischte Gruppe handelt oder ob mir hier ein „XX“ für ein „XY“ vorgemacht werden soll.

JustMy2Cent