03 Feb 2017
 

Wissenschaftlerinnen der Indiana Wesleyan University in Washington untersuchten die Serie „Friends“ auf darin enthaltene Geschlechter-Klischees. (Ich schreibe „Wissenschaftlerinnen“, da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass sich ein Mann, geschweige denn ein Wissenschaftler, mit Geschlechter-Klischees in Serien beschäftigt.)

Die männlichen Figuren werden unter anderem triebgesteuert, dominant und emotional verschlossen charakterisiert, während die weiblichen Charaktere zwar unabhängig, aber auch extrem emotional und unterwürfig sind. Auch wenn dies nur Teile der Studie sind, machen sie eins deutlich: Hinter den Charakteren von Friends verstecken sich, trotz aller persönlicher Zuneigung für die Serie, Stereotypen. Und damit ist die Sitcom nicht alleine.

Das ist aus der Sicht dieser Feministinnen mit Wissenschafts-Hintergrund ein großes Problem, da „auch das Fernsehen großen Einfluss darauf hat, wie man mit dem anderen Geschlecht umgeht“. Und damit zukünftig Klischees in Filmen und Serien vermieden werden können, haben die forschenden Feministinnen die „Gender Watch App“ entwickelt. Diese dient aber nicht nur dazu, klischeehaften Darstellungen von männlichen und weiblichen Figuren in Filmen und Serien besser zu identifizieren. Nein! Die Vision ist, dass sie auch in der Format-Entwicklung eingesetzt werden könnte, um „Charaktere mit zeitgemäßen Geschlechterrollen“ zu schaffen.

Das Ganze funktioniert so: In einem Vorführraum wird ausgewählten Proband*innen das zu analysierende Bildmaterial auf einer Leinwand gezeigt. Dabei kann es sich um einen Film, eine Serie, einen Werbespot oder auch eine Nachrichtensendung handeln – je nachdem, welchen Forschungsschwerpunkt die Wissenschaftler*innen setzen wollen. Während der gesamten Dauer etwa eines Films haben die Zuschauer*innen die Möglichkeit, vorher definierte Eigenschaften wie sympathisch, kompetent, intelligent oder temperamentvoll per Drag and Drop auf die Figuren zu legen.

Alles schön und gut, aber in der Aufzählung fehlt das wichtigste Adjektiv für eine Sitcom: lustig. Und was eine Sitcom lustig wirken lässt, hat die Washington State University 1996 in dem Artikel „Sitcom: What It Is, How It Works“ von Richard F. Taflinger veröffentlicht:

Sitcoms, die bewirken, dass das Publikum darüber lacht, sie genießt und liebt, beinhalten sechs Kriterien des Humors:

  1. Sie vermeiden eine emotionale Beteiligung des Publikums.
  2. Sie verstehen und folgen den etablierten gesellschaftlichen Normen.
  3. Sie verletzen die gesellschaftlichen Normen.
  4. Das Publikum nimmt die Handlungen als harmlos wahr.
  5. Die Charaktere sind von Natur aus menschlich.
  6. Die Charaktere handeln mechanisch auf Reize.

Sitcoms, die nicht alle sechs Kriterien beinhalten, bleiben nicht lange auf Sendung.

Ich bin mal gespannt, ab wann man keine Sitcoms oder Komödien mehr gucken kann, weil die alle entweder politisch korrekt oder feministisch glatt gebügelt wurden. Denn das, was Feministinnen unter Humor verstehen, läuft für mich unter „sich über Männer lustig machen“. Das ist hin und wieder okay, dann muss man aber auch einstecken können. Aber genau das können Feministinnen nicht.

JustMy2Cent

via @AugustFinger

Quellen:
www.ze.tt/eine-app-soll-dabei-helfen-gender-klischees-in-filmen-und-serien-aufzudecken/
www.public.wsu.edu/~taflinge/comcrit.html